Jungheinrich Aktie: mwb sieht fast 66 Prozent Kurspotenzial
mwb research hält die Jungheinrich Aktie nach den Halbjahreszahlen weiterhin für deutlich unterbewertet und bestätigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 41 Euro. Beim aktuellen Aktienkurs von 24,760 Euro entspricht dies einem Potenzial von knapp 66 Prozent. Für das Analystenhaus ist dabei weniger die Ergebnisentwicklung 2026 entscheidend als die längerfristig erwartete Verbesserung der Margen.
Im zweiten Quartal stieg der Auftragseingang von Jungheinrich um 4,6 Prozent auf 1,419 Milliarden Euro, der Umsatz legte um 3,4 Prozent auf 1,397 Milliarden Euro zu. Bereinigt um den Russland-Basiseffekt lagen die Wachstumsraten mit 8 beziehungsweise 6 Prozent höher. Schwächer entwickelte sich die Profitabilität: Das EBIT sank um 16,6 Prozent auf 88,4 Millionen Euro, die Marge von 7,8 auf 6,3 Prozent. Belastungen aus dem Streik in Lüneburg und dem Transformationsprogramm summierten sich auf 7,1 Millionen Euro. Doch auch bereinigt blieb das EBIT mit 95,5 Millionen Euro beziehungsweise einer Marge von 6,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. mwb führt dies auf Preis- und Mixeffekte in einem intensiven Wettbewerbsumfeld zurück.
Beim Cashflow sieht das Analystenhaus die schwachen Halbjahreszahlen nicht als neuen Normalzustand. Der Free Cashflow verschlechterte sich von plus 57 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 99 Millionen Euro. Neben einem Aufbau des Working Capitals um 51 Millionen Euro wirkten sich unter anderem Beteiligungen an EP Equipment und Navflex sowie die hohe einmalige Steuerbelastung aus. mwb erwartet daher eine kräftige Erholung in der zweiten Jahreshälfte und zu Beginn des kommenden Jahres.
Die bereits am 23. Juli gesenkte Prognose hat Jungheinrich bestätigt. Erwartet werden 340 bis 400 Millionen Euro EBIT, 310 bis 370 Millionen Euro EBT und ein Free Cashflow von mehr als 50 Millionen Euro. mwb kalkuliert für 2026 mit einem EBIT von 385 Millionen Euro und sieht die dafür notwendige Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte als erreichbar an. Rückenwind sollen der hohe Auftragsbestand, die Rückkehr des AWE-Segments in die Gewinnzone, Einsparungen aus dem Transformationsprogramm und der Wegfall verschiedener Sonderbelastungen bringen. Voraussetzung bleibt allerdings eine Stabilisierung der Preise, die im zweiten Quartal noch nicht zu erkennen war.
Bewertungsabschlag bei der Jungheinrich Aktie
Für die kommenden Jahre erwartet mwb eine deutliche Ergebnisverbesserung. Das EBIT soll von 356,7 Millionen Euro 2026 auf 444,8 Millionen Euro 2027 und 500,5 Millionen Euro 2028 steigen. Der Gewinn je Jungheinrich Aktie wird für diese Jahre mit 1,94 Euro, 2,99 Euro und 3,39 Euro prognostiziert. Auch bei der Dividende rechnet das Analystenhaus nach 0,29 Euro für 2025 mit einer Erholung auf 0,55 Euro für 2026, 0,85 Euro für 2027 und 0,96 Euro für 2028.
Das Kursziel von 41 Euro basiert auf dem DCF-Modell und bleibt unverändert. Ausschlaggebend ist für mwb vor allem der erwartete Margenpfad bis 2030. Die aktuelle Bewertung spiegele das Potenzial von Jungheinrich nicht ausreichend wider. Zudem verweist das Analystenhaus auf einen deutlichen Bewertungsabschlag gegenüber vergleichbaren Unternehmen, aus dem sich auf Basis der Multiplikatoren sogar ein mittleres Kursziel von rund 60 Euro ableiten lasse.
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