Börse am Morgen: Berkshire Hathaway, Gea, Hypoport, SpaceX, Börsentermine - Nord/LB
Börsenprofis blicken wieder optimistischer auf die Konjunktur in der Euro-Zone. Das Stimmungsbarometer stieg um 4,0 Punkte auf plus 0,9 Zähler und damit das 4. Mal in Folge, wie die Beratungsfirma Sentix am Montag zu ihrer monatlichen Umfrage unter 1.097 Anlegern mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit Februar. Die Stimmung habe sich durch zuletzt überraschend robuste Wirtschaftsdaten im Euro-Raum aufgehellt, erklärte Sentix-Geschäftsführer Hussy. Steigende Investitionen, staatliche Ausgaben und eine zunehmende wirtschaftspolitische Stimulierung wirkten ebenfalls stabilisierend. Hohe Energiekosten und eine weiter verhaltene Auftragslage blieben jedoch wichtige Belastungen. Das Barometer für Deutschland kletterte ebenfalls - und somit den 3. Monat hintereinander. Dennoch bleibe das Niveau niedrig, betonte Hussy. Die Unsicherheit wegen des Nahost-Kriegs und die Konkurrenz durch China auf den Exportmärkten etwa verhindern eine stärkere Belebung.
Japan hat im Juni erstmals seit 17 Monaten ein Leistungsbilanzdefizit verzeichnet. Das Minus lag bei 92,3 Mrd. Yen (584,51 Mio. USD), wie das japanische Finanzministerium mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem Überschuss von 1,51 Bio. Yen gerechnet. Der Nettoüberschuss bei den Primäreinkommen aus Wertpapieren und Direktinvestitionen, normalerweise der größte Treiber des japanischen Leistungsbilanzüberschusses, schrumpfte um 74% auf 380 Mrd. Yen. Der Grund dafür waren höhere Dividendenzahlungen japanischer Unternehmen an ausländische Investoren. Zudem sorgten gestiegene Kosten für Ölimporte für ein Handelsbilanzdefizit, das die Leistungsbilanz zusätzlich ins Minus drückte.
Billigere Lebensmittel haben die Inflationsrate in China halbiert. Im Juli verteuerten sich Waren und Dienstleistungen nur noch um durchschnittlich 0,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie aus den amtlichen Daten hervorgeht. Das ist der niedrigste Wert seit einem halben Jahr. Ökonomen hatten dagegen mit einer Teuerungsrate von 0,8% gerechnet, nach 1,0% im Juni. Entlastet wurden die Verbraucher v.a. beim täglichen Einkauf: Lebensmittel verbilligten sich um 1,5%.
Tagesausblick:
Nach der heutigen Notenbanksitzung in Australien rücken nun v.a. die Zahlen vom US-Immobilienmarkt in den Fokus der Anleger. Viele Beobachter blicken in der Tat eher skeptisch auf die JuliDaten zu den Hauswiederverkäufen. Die Stimmung in der US-Bauwirtschaft ist weiterhin nicht gut; das hohe Kapitalmarktzinsniveau ist eindeutig ein Problem.
Aktienmärkte
Im Iran-Krieg fehlt noch immer der diplomatische Durchbruch, sodass Anleger mit Blick auf eine Wiederöffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus zwischen Hoffen und Bangen hin- und hergerissen sind. Der deutsche Leitindex zeigte sich in diesem Umfeld nur wenig verändert. In puncto Berichtssaison ging die neue Woche ruhiger los. Gea bestätigte vorläufige Zahlen nebst dem Ausblick. Der Neuigkeitsgehalt war gering und die Kursbewegung war mit einem Anstieg um 0,5% verhalten. Im Nebenwertebereich zeigte Hypoport nach finalen Zahlen mit einem Anstieg um 1% etwas mehr Bewegung. DAX +0,02%; MDAX -0,48%; TecDAX -0,03%.
Die Wall Street präsentierte sich leicht schwächer. SpaceX übersprangen nach fast 4 Wochen wieder ihren Ausgabepreis von 135 USD und schlossen 4,2% höher bei 138,74 USD. Dow Jones -0,11%; S&P 500 -0,06%; Nasdaq Comp. -0,32%.
Unternehmen
Berkshire Hathaway hat unter dem neuen Chef Greg Abel den operativen Gewinn gesteigert. Er legte in Q2 um 16% auf 12,98 Mrd. USD zu, wie das Unternehmen mitteilte. Zugleich wurden die enormen Geldvorräte abgebaut. In Q2 wurden eigene Aktien im Wert von 4,5 Mrd. USD zurückgekauft. Im Juli kamen weitere 3,3 Mrd. USD hinzu.
Devisen und Rohstoffe
Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus der Eurozone bewegten den EUR kaum (1,15 USD).
Die Ölpreise sind wegen der anhaltenden Unsicherheit über eine baldige Wiedereröffnung der Straße von Hormus gestiegen. Zwar stehe ein Abkommen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten kurz vor dem Abschluss, teilte die Regierung in Teheran mit. Die wichtige Wasserstraße werde jedoch erst wieder freigegeben, wenn die USA weitere Bedingungen wie etwa Entschädigungszahlungen für Angriffe erfüllten. Für zusätzliche Verunsicherung am Markt sorgte ein Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf eine Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco. In der vergangenen Woche waren die Ölpreise noch um mehr als 7% gefallen.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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