Palfinger Aktie: Potenzial zur Nahezu-Verdopplung?
Das Analystenhaus mwb research nimmt die Palfinger Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 55 Euro neu in das Research auf. Bei einem aktuellen Börsenkurs in Wien von 30,35 Euro liegt darin die Aussicht auf beinahe eine Verdopplung. Die Argumentation des Instituts ruht auf drei Säulen, einer im Kurs noch nicht abgebildeten Margenerholung, der günstigen Bewertung und der Fantasie rund um ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs.
Bei dem 1932 gegründeten Familienunternehmen aus Bergheim bei Salzburg handelt es sich um den weltgrößten Hersteller hydraulischer Ladekrane. Über 100 Produkte zählt das Sortiment, die Kundschaft ist breit gestreut. Der österreichische Konzern bündelt nach Darstellung der Analysten 79 Gesellschaften in 34 Ländern, beschäftigt mehr als 12.000 Menschen und betreibt weltweit 30 Fertigungs- und Montagestandorte.
Für aussichtsreich hält mwb research den Endmarkt, in den Palfinger hineinverkauft. Die globalen Infrastrukturausgaben, ein zentraler Treiber der Nachfrage, dürften bis 2050 um mehr als 50 Prozent auf rund 6,9 Billionen US-Dollar zulegen. Weil kein einzelner Abnehmer für mehr als 1 Prozent des Konzernumsatzes steht, ist der Umsatz kaum von Klumpenrisiken bedroht. Die derzeit von äußeren Einflüssen gedrückten Margen bergen aus Sicht der Bank Aufwärtspotenzial, sie beziffert die Hebel auf 150 Basispunkte bis 2028, während das Management selbst bis 2030 einen Zuwachs von 450 Basispunkten anpeilt.
Aktie von Palfinger mit günstiger Bewertung
Günstig findet das Analystenhaus zudem die Bewertung. Für 2026 wird die Palfinger Aktie mit dem Sechsfachen des Unternehmenswerts zum EBITDA und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,7 gehandelt, deutlich unter dem nächsten Wettbewerber Hiab mit 11,4 und 19,4. Wohin die Reise gehen kann, zeigt aus Sicht der Bank eben jener Rivale, der seine operative Marge von heute 14 auf 16 Prozent hieven will. Palfinger stellt bis 2030 lediglich 12 Prozent in Aussicht, mwb research kalkuliert für 2028 vorsichtig mit 8,8 Prozent. Selbst auf dieser konservativen Basis sei der Margenpfad im aktuellen Kurs kaum enthalten.
Den entscheidenden Auslöser sieht das Institut in einem Frieden. Während die Rüstungswerte unter langsamer als erhofft fließenden Ausgaben litten, verfüge Palfinger mit einer Spitzenstellung in der Ukraine und in Russland sowie einem dichten Händlernetz im Nahen Osten über die nächste strategische Wachstumssäule. Von einem Friedensschluss würde der Kranbauer daher überdurchschnittlich profitieren. Hinzu komme die Margenausweitung, deren Hebel nach Einschätzung der Analysten nur ein geringes Umsetzungsrisiko tragen.
Nach den Prognosen von mwb research legt der Umsatz von 2,339 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 2,677 Milliarden Euro im Jahr 2028 zu. Das ausgewiesene Ergebnis je Palfinger Aktie soll im selben Zeitraum von 2,69 auf 3,45 Euro steigen, die operative Marge von 7,5 auf 8,0 Prozent anziehen. Die Dividende je Palfinger Aktie dürfte den Schätzungen zufolge von 0,90 Euro für 2025 auf 1,14 Euro für 2028 wachsen.
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