Erneute Waffenruhe belebt die Märkte - BÖAG Kolumne
Eine Angriffspause der USA im Krieg mit dem Iran führte zu einer Erholung der Aktienmärkte zu Wochenbeginn, der DAX sprang auf mehr als 25.500 Punkte und näherte sich damit seinem Allzeithoch bei 25.900 Punkten von Anfang des Monats. Ein deutlich niedrigerer Ölpreis als vor einer Woche sorgte zusätzlich für Entspannung an den Märkten, allerdings bleibt die Volatilität bei diesem wichtigen Rohstoff extrem hoch.
Konjunkturseitig stand am Montag das ifo-Geschäftsklima im Blick, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer. Der Index stieg im Juli auf 86,6 Punkte, nach 85,7 im Juni. Dies war auf deutlich bessere Erwartungen zurückzuführen. Mit den laufenden Geschäften waren die Unternehmen aber etwas weniger zufrieden. Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch.
Die EZB ließ die Leitzinsen auf ihrer Sitzung am 23. Juli unverändert auf aktuellem Niveau. Für heiße Diskussionen sorgt derweil die bevorstehende Sitzung der US-Notenbank. Am Mittwochabend steht eine Entscheidung zum Leitzins an. Denkbar ist sogar eine Zinserhöhung, allerdings wird dieser Option nur eine Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent zugebilligt. In den vergangenen Jahren stand das Ergebnis der meisten Fed-Sitzungen bereits im Voraus fest. Mit dem neuen Chef Kevin Warsh hat sich dies jedoch geändert. Warsh verzichtet bewusst darauf, eine klare „Forward Guidance“ zu geben. Er hofft, dass sich die Märkte damit stärker auf Daten und weniger auf die Fed konzentrieren. Ironischerweise hat dies die Unsicherheit rund um die Sitzungen erhöht und sorgt damit auch für eine höhere Aufmerksamkeit. Nach US-Börsenschluss folgen dann noch die Quartalszahlen von Meta und Microsoft.
Ein fulminanter Börsenstart gelang Chinas größtem Chiphersteller CXMT am Montag. Die Aktien des Speicherspezialisten stiegen zum Handelsauftakt am Shanghaier Star Market um rund 472 Prozent, sind aber außerhalb Chinas (noch) nicht handelbar. CXMT kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 500 Mrd. Dollar und steht damit auf Platz 8 der größten Chiphersteller weltweit.
Ihr Martin Braun, Börse Hannover
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