Sartorius: Zollrückzahlungen verzerren das Halbjahr
Der Life-Science-Konzern Sartorius hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1,811 Milliarden Euro erzielt. Wechselkursbereinigt und ohne die Kundenkompensationen für US-Zölle entspricht das einem operativen Zuwachs von 7,7 Prozent, einschließlich dieses Effekts bleiben 6,2 Prozent, nominal 2,5 Prozent. Das operative EBITDA stieg um 3,9 Prozent auf 548 Millionen Euro, die zugehörige Marge legte von 29,8 auf 30,3 Prozent zu. Das maßgebliche Periodenergebnis erhöhte sich um 2 Prozent auf 172 Millionen Euro, der bereinigte Gewinn je Stammaktie auf 2,49 Euro, nach 2,44 Euro, je Vorzugsaktie auf 2,50 Euro. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
„Die Dynamik im ersten Halbjahr 2026 bestärkt uns in unserem Kurs - das operative Geschäft bewegt sich wie erwartet in die richtige Richtung. Besonders ermutigend ist dabei die positive Entwicklung in wesentlichen Teilen unseres Portfolios: Das wiederkehrende Geschäft blieb der wichtigste Wachstumstreiber beider Sparten. Gleichzeitig stabilisierte sich das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten weiter, kehrte sogar zu leichtem Wachstum zurück und auch die Laborsparte gewann zunehmend an Fahrt”, so Sartorius-Vorstandschef Michael Grosse am Donnerstag. „Mit Blick auf die US-Zollrückzahlungen, bei denen Zeitpunkt und Höhe lange ungewiss waren, ist es gut, nun mehr Klarheit zu haben - trotz des nicht operativen Effekts auf unsere berichteten Zahlen. Auf Basis der Rückzahlungen können wir mit unseren Kunden in den Austausch zu Kompensationen für gezahlte Zollzuschläge gehen”, so der Manager weiter.
Getragen wurde das Geschäft erneut von der größeren Sparte. Bioprocess Solutions, die für mehr als 80 Prozent des Konzernumsatzes steht, kam auf 1,475 Milliarden Euro und wuchs ohne Zolleffekt währungsbereinigt um 8,3 Prozent, mit ihm um 6,7 Prozent. Das operative EBITDA der Sparte stieg um 5,2 Prozent auf 477 Millionen Euro, die Marge von 31,6 auf 32,3 Prozent. Lab Products & Services setzte 335 Millionen Euro um, bereinigt ein Plus von 5,3 Prozent, wovon die im Juli 2025 übernommene MATTEK 2,8 Prozentpunkte beisteuerte. Das operative EBITDA der Laborsparte sank auf 71 Millionen Euro, nach 74 Millionen Euro, die Marge auf 21,2 Prozent nach 22,3 Prozent. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 41,6 Prozent, der dynamische Verschuldungsgrad auf 3,51.
An der Jahresprognose hält Sartorius fest. Das TecDAX-Unternehmen aus Göttingen erwartet weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzplus von rund 5 bis 9 Prozent im Konzern, 6 bis 10 Prozent bei Bioprocess Solutions und 2 bis 6 Prozent bei Lab Products & Services. Die Kundenkompensation für die unrechtmäßig erhobenen Zölle könnte den Umsatz um bis zu 40 Millionen Euro mindern, weshalb Konzern und Bioprozesssparte einschließlich dieses Effekts in der unteren Hälfte ihrer Spannen liegen dürften. Bei der Profitabilität peilt Sartorius unverändert eine operative EBITDA-Marge von etwas über 30 Prozent im Konzern und etwas über 32 Prozent bei Bioprocess Solutions an, die Laborsparte soll bei knapp unter 21 Prozent landen. Der dynamische Verschuldungsgrad soll bis Jahresende auf etwas über 3 sinken.

