Vossloh: Sateba füllt die Bücher - Ergebnis-Belastungen „temporär”
Die Vossloh AG hat im ersten Halbjahr 2026 ein Konzernergebnis von 13,5 Millionen Euro erzielt, nach 34,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie sank entsprechend auf 0,15 Euro, nach 1,50 Euro. Das EBIT ging auf 32,4 Millionen Euro zurück, nach 44,9 Millionen Euro, die EBIT-Marge auf 4,6 Prozent nach 7,7 Prozent. Belastet wurde die Kennzahl durch eine Kaufpreisallokation aus der Sateba-Übernahme in Höhe von 9,1 Millionen Euro. Das EBITDA legte dagegen auf 80,9 Millionen Euro zu, nach 74,2 Millionen Euro, bei einer auf 11,4 Prozent gesunkenen Marge. Der Umsatz stieg um 21,9 Prozent auf 710,1 Millionen Euro. Der Free Cashflow lag saisontypisch bei minus 68,6 Millionen Euro, nach minus 44,2 Millionen Euro. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Auf der Auftragsseite verbuchte Vossloh Rekordwerte. Der Auftragseingang stieg im Halbjahr auf 828,5 Millionen Euro, nach 623,7 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Quote erreichte 1,17 nach 1,07. Der Auftragsbestand kletterte binnen zwölf Monaten um 31,8 Prozent auf 1,141 Milliarden Euro. Neben der erstmals einbezogenen Tochter VTT Europa, vormals Sateba, trug auch das bestehende Geschäft dazu bei, darunter Großaufträge für Hochgeschwindigkeitsstrecken in der chinesischen Provinz Shandong über rund 60 Millionen Euro sowie für den ersten Bauabschnitt der California High-Speed Line über mehr als 40 Millionen Euro.
„Unsere Rekordauftragslage zum Halbjahr ist ein starker Vertrauensbeweis unserer Kunden und unterstreicht die unverändert hohe Dynamik in unserem Marktumfeld. Auch wenn wir uns von den herausfordernden geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gänzlich entkoppeln können und sich einzelne Belastungen im laufenden Jahr nicht vermeiden lassen, sehen wir Vossloh mit Blick auf die kommenden Jahre sehr gut positioniert, um von den strukturell attraktiven Marktchancen weiter zu profitieren”, sagt Oliver Schuster, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG.
Uneinheitlich fiel das Bild in den Geschäftsbereichen aus. Core Components steigerte den Umsatz akquisitionsbedingt um mehr als 60 Prozent auf 348,5 Millionen Euro, das EBIT stieg um 28,8 Prozent auf 27,2 Millionen Euro. Customized Modules hielt den Umsatz mit 284,6 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, das EBIT fiel jedoch von 32,0 auf 17,5 Millionen Euro, was Vossloh auf einen veränderten Projektmix, höhere Logistikkosten und ausbleibende Einmaleffekte des Vorjahres zurückführt. Lifecycle Solutions verzeichnete einen Umsatzrückgang um 6,4 Prozent auf 95,2 Millionen Euro und rutschte beim EBIT mit minus 1,1 Millionen Euro ins Minus. Die Nettofinanzschuld stieg wegen der Sateba-Finanzierung auf 590,2 Millionen Euro, nach 209,2 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote lag bei 40,1 Prozent.
Für das Gesamtjahr gilt die am 13. Juli 2026 gesenkte Prognose. Vossloh erwartet nun Umsatzerlöse von 1,510 bis 1,610 Milliarden Euro, nach 1,343 Milliarden Euro im Vorjahr, ein EBITDA von 195 bis 210 Millionen Euro sowie ein EBIT von 100 bis 110 Millionen Euro, nach 111,9 Millionen Euro. Für das zweite Halbjahr stellt das Unternehmen einen deutlich positiven Free Cashflow und einen spürbaren Rückgang der Nettofinanzschuld in Aussicht. Die Belastungen aus höheren Beschaffungs- und Logistikkosten sowie aus Kapazitätsanpassungen und M&A-Projekten stuft der Vorstand als überwiegend temporär ein und erwartet für 2027 deutliches organisches Wachstum und ein spürbar besseres EBIT.

