Klöckner-Führung bleibt beim Worthington-Delisting neutral
Vorstand und Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE haben ihre begründete Stellungnahme zum Delisting-Erwerbsangebot von Worthington Steel vorgelegt und geben darin keine Empfehlung ab. Nach Prüfung der Angebotsunterlage kamen beide Gremien nach Angaben des Duisburger Unternehmens vom Mittwoch unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass sie den Aktionären weder die Annahme noch die Ablehnung raten können. Zugleich stufen sie das Delisting selbst als im besten Interesse des Unternehmens ein, da es die Strukturen vereinfache und mehr Spielraum für die strategische Entwicklung schaffe. Worthington Steel und Klöckner & Co wollen gemeinsam ihre Präsenz in Europa und Nordamerika ausbauen, die von der Bieterin geäußerten Absichten für den Geschäftsbetrieb bewerten die Gremien als grundsätzlich positiv.
Auf die Risiken für Aktionäre weisen Vorstand und Aufsichtsrat ausdrücklich hin. Das Angebot enthält keine Vollzugsbedingungen und wird daher unabhängig von der Annahmequote wirksam, das Delisting dürfte bereits mit Ablauf der Annahmefrist greifen. Danach werden die Aktien nicht mehr im Prime Standard der Frankfurter Börse gehandelt. Da Worthington Steel bereits rund 62 Prozent der Anteile hält, ist die Handelbarkeit schon heute stark eingeschränkt, zudem entfallen mit dem Rückzug wesentliche Transparenzpflichten. Wer die Aktien langfristig halten will, solle diese Liquiditäts- und Informationsrisiken abwägen.
Fortsetzung des Aktienhandels an der Börse Hamburg?
Ob das Delisting-Angebot tatsächlich dazu führt, dass die Aktie nicht mehr handelbar ist, bleibt abzuwarten. Immer wieder kam es nach solchen Deals zu einer Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme des Handels an der Hamburger Börse im Freiverkehr. Ob das auch in diesem Fall so sein wird, ist derzeit offen.
Worthington Steel hat bereits am 27. März 2026 angekündigt, mit Klöckner & Co einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen zu wollen. Kommt ein solcher Vertrag zustande, könnten Aktionäre ihre Papiere gegen eine Barabfindung andienen, deren Höhe aber noch nicht feststeht und höher wie niedriger als der jetzige Angebotspreis ausfallen kann. Die Annahmefrist des laufenden Angebots endet voraussichtlich am 12. August 2026.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

