Uber greift nach Delivery Hero und zerlegt das Europageschäft
Delivery Hero hat mit Uber Technologies ein Business Combination Agreement geschlossen. Über eine Tochter in Delaware will Uber den Berliner Aktionären 41,50 Euro je Aktie in bar bieten. Gegenüber dem unbeeinflussten Dreimonatsdurchschnitt vor dem 8. Mai 2026 entspricht das einem Aufschlag von rund 127 Prozent, bezogen auf die drei Monate vor der Ankündigung sind es noch etwa 34 Prozent. Uber hält bereits eine mittelbare Beteiligung von 24,77 Prozent sowie Instrumente über 11,74 Prozent und hat sich von einem Großaktionär eine unwiderrufliche Andienungszusage über 16,68 Prozent gesichert, womit das wirtschaftliche Gesamtinteresse über 53 Prozent liegen würde. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie sowie der regulatorischen Freigaben, den Vollzug erwartet Delivery Hero erst im zweiten Halbjahr 2027. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Parallel trennt sich Delivery Hero von einem erheblichen Teil seines Geschäfts. An ein Erwerbsvehikel der New Yorker Investmentgesellschaft SSW Partners verkauft das Unternehmen für rund 1,4 Milliarden Euro die Aktivitäten in Österreich, Chile, Zypern, Tschechien, Ecuador, Griechenland, Moldau, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden und der Türkei. Der Vollzug hängt unter anderem am Eintritt sämtlicher Angebotsbedingungen und an der Herauslösung dieser Einheiten aus dem verbleibenden Geschäft. Die Erlöse aus dem Verkauf und einer geplanten Kapitalerhöhung will Delivery Hero nutzen, um Verbindlichkeiten abzulösen, die durch den Kontrollwechsel fällig werden.
Zugesagt hat Uber dem Berliner Unternehmen für drei Jahre eine Reihe von Garantien. Dazu zählen der Erhalt des Hauptsitzes in Berlin und der regionalen Standorte, die eigenständige Führung durch den Vorstand, ein Schutz der Belegschaft im vereinbarten Rahmen und der Verzicht auf einen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag. Bis einschließlich 2031 will Uber zudem zwei Milliarden Euro in Deutschland investieren. Im Aufsichtsrat soll der US-Konzern künftig zwei Sitze einschließlich des Vorsitzes stellen. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero begrüßen das Angebot und wollen es nach Prüfung der Angebotsunterlage unterstützen.

