Heidelberg Pharma verringert Halbjahresverlust - finanziert bis Mitte 2027
Die Heidelberg Pharma AG hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026, das vom 1. Dezember 2025 bis zum 31. Mai 2026 lief, ihren Nettoverlust auf 3,4 Millionen Euro verringert, nach 12,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Heidelberg Pharma Aktie verbesserte sich entsprechend auf minus 0,07 Euro, nach minus 0,27 Euro. Das Betriebsergebnis lag bei minus 3,1 Millionen Euro, nach minus 13,1 Millionen Euro. Umsatzerlöse und sonstige Erträge summierten sich auf 9,2 Millionen Euro und damit 84 Prozent mehr als die 5,0 Millionen Euro des Vorjahres, wobei die reinen Umsatzerlöse von 1,4 auf 7,4 Millionen Euro sprangen. Der operative Cashflow von Heidelberg Pharma blieb mit minus 7,3 Millionen Euro negativ, nach minus 14,1 Millionen Euro im Vorjahr.
Getragen wurde die Ergebnisverbesserung von beiden Seiten der Rechnung. Auf der Ertragsseite verbuchte Heidelberg Pharma Meilensteinzahlungen der Partner Takeda und Huadong sowie Erlöse aus Materialverkäufen. Die sonstigen Erträge gingen dagegen auf 1,8 Millionen Euro zurück, nach 3,6 Millionen Euro. Auf der Kostenseite senkte Heidelberg Pharma die betrieblichen Aufwendungen infolge des Abbaus der Forschungsabteilung und weiterer Sparmaßnahmen um 32 Prozent auf 12,3 Millionen Euro. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sanken von 13,5 auf 8,3 Millionen Euro und bleiben mit einem Anteil von 67 Prozent der größte Posten.
„Nach den notwendig gewordenen strukturellen Anpassungen Ende 2025 können wir heute über ein erfolgreiches erstes Halbjahr berichten. Wir haben sowohl aus finanzieller als auch aus klinischer Sicht wichtige Meilensteine erreicht. Die Phase I-Dosiseskalationsstudie mit unserem führenden Kandidaten pamlectabart tismanitin, die insgesamt zehn behandelte Kohorten umfasste, wurde abgeschlossen und die empfohlene Dosis für den Phase IIa-Teil festgelegt. Wir haben zügig mit dem Phase IIa-Teil begonnen, der zurzeit insgesamt 16 Patienten umfasst”, so Dongzhou Jeffery Liu, Vorstandsvorsitzender der Heidelberg Pharma.
Zahlungsmittelbestand bei 24,9 Millionen Euro
Bilanziell steht Heidelberg Pharma weiter angespannt da. Das Eigenkapital des Konzerns war zum 31. Mai 2026 mit minus 14,2 Millionen Euro negativ, nach minus 10,9 Millionen Euro zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres. Der Zahlungsmittelbestand stieg dagegen auf 24,9 Millionen Euro, nach 15,0 Millionen Euro Ende November 2025, lag aber unter den 33,3 Millionen Euro vom Mai 2025. Zugeflossen sind Heidelberg Pharma dabei 20 Millionen US-Dollar aus einer angepassten Lizenzvereinbarung mit HealthCare Royalty unter Beteiligung von Soleus Capital, die Teile künftiger Lizenzgebühren aus dem Telix-Produkt TLX250-Px monetarisiert. Nach eigener Planung reicht die Finanzierung damit nur noch bis Mitte 2027.
Die am 26. März 2026 abgegebene Prognose bestätigt Heidelberg Pharma. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Biotechnologie-Unternehmen mit Umsatzerlösen und sonstigen Erträgen von 11,0 bis 15,0 Millionen Euro, betrieblichen Aufwendungen von 25,0 bis 29,0 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von minus 13,0 bis minus 17,0 Millionen Euro. Der Zahlungsmittelbestand zum Jahresende soll bei 11,0 bis 15,0 Millionen Euro liegen. Operativ konzentriert sich Heidelberg Pharma auf den Wirkstoff pamlectabart tismanitin gegen das multiple Myelom, dessen Phase-I-Teil abgeschlossen ist und dessen Phase-IIa-Rekrutierung im dritten oder vierten Quartal 2026 enden soll. Als Finanzvorstand fungiert seit dem 1. Mai 2026 Peter Willinger, der auf Walter Miller folgte.
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