Fraport: Iran-Krieg bremst Frankfurt, Konzern wächst
Am Flughafen Frankfurt ist das Passagieraufkommen im Juni 2026 leicht zurückgegangen. Rund 5,7 Millionen Fluggäste nutzten den Standort, ein Rückgang um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Über das erste Halbjahr zählte Fraport in Frankfurt rund 28,9 Millionen Passagiere und damit 0,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Den stärksten Einbruch verzeichnete der Verkehr in den Nahen Osten, wo infolge des Iran-Kriegs nur noch rund 880.000 Reisende gezählt wurden, ein Minus von 35 Prozent. Zulegen konnten dagegen die Verbindungen nach Afrika mit einem Plus von 8,0 Prozent auf 1,6 Millionen Fluggäste und nach Fernost mit einem Zuwachs von 6,4 Prozent auf 3,3 Millionen Passagiere.
Trotz des schwächeren Heimatstandorts wuchs das Verkehrsaufkommen im Fraport-Konzern im ersten Halbjahr um 1,0 Prozent auf 77,7 Millionen Fluggäste. Getragen wurde das von den internationalen Beteiligungen. Am slowenischen Flughafen Ljubljana stieg das Aufkommen im Juni um 12,7 Prozent, die 14 griechischen Fraport-Flughäfen kamen zusammen auf ein Plus von 4,7 Prozent, und die bulgarischen Standorte Burgas und Varna legten um 8,0 Prozent zu. Rückläufig war dagegen der türkische Flughafen Antalya mit einem Minus von 9,6 Prozent auf 4,5 Millionen Fluggäste, was Fraport auf das hohe touristische Preisniveau und die Zurückhaltung bei Pauschalreisen zurückführt.
Beim Fracht- und Flugbetrieb fiel die Entwicklung uneinheitlich aus. Das Cargo-Volumen in Frankfurt wuchs im Juni um 2,0 Prozent auf 177.676 Tonnen und im ersten Halbjahr um 1,0 Prozent auf 1,0 Millionen Tonnen. Die Zahl der Flugbewegungen ging im Juni dagegen um 4,9 Prozent auf 39.390 Starts und Landungen zurück, im Halbjahr summierte sich das Minus auf 3,8 Prozent. Auch die Summe der Höchststartgewichte lag mit rund 2,5 Millionen Tonnen um 2,3 Prozent unter dem Vorjahresmonat.
An seinem Finanzausblick für 2026 hält Fraport nach Angaben von Konzernchef Stefan Schulte fest, diese sehe man weiter als erreichbar an. Für den Flughafen Frankfurt rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr inzwischen nur noch mit einem Passagieraufkommen in etwa auf Vorjahresniveau und verweist auf Sonderfaktoren wie Streiks bei der Lufthansa und die Folgen des Iran-Kriegs. An den internationalen Konzernflughäfen erwartet Fraport dagegen weiterhin eine überwiegend positive Entwicklung. Der etwas schwächere Verkehr in Deutschland dürfte sich nach Darstellung des Unternehmens dämpfend auf die Ergebnisentwicklung im Gesamtjahr auswirken.
