Hensoldt Aktie: Experte empfiehlt nach der Rallye zu verkaufen
Der Sensorspezialist Hensoldt ist in Erwartung des NATO-Gipfels kräftig gestiegen, doch mwb research sieht dafür keine handfeste Grundlage und rät wieder zum Verkauf. Nach dem Kursanstieg notiere die Hensoldt Aktie oberhalb des vom Haus errechneten fairen Werts, während konkrete Aufträge ausgeblieben seien und sich an den Fundamentaldaten nichts geändert habe. Die Geschäftszahlen zeichnen zwar ein Wachstumsbild, das den Höhenflug jedoch nicht rechtfertige. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Aktuell verliert die Hensoldt Aktie im XETRA-Handel mehr als 5 Prozent an Wert. Die 200-Tage-Linie wurde erneut unterschritten und der Kursausbruch der Rüstungsaktie über die Widerstandszone rund um 80 Euro hat sich nicht gehalten. Im Bereich des bisherigen Tagestiefs (73,84 Euro) beginnt für den Aktienkurs von Hensoldt eine Unterstützungszone, die im Chart bis 71,70 Euro reicht. Der zentrale Support für den Aktienkurs von Hensoldt liegt darunter zwischen 63,18 und 63,90/64,80 Euro.
mwb research vergibt für die Hensoldt Aktie eine Verkaufsempfehlung und das auf einem Discounted-Cashflow-Modell beruhende Kursziel von 62,00 Euro. Getragen von der Zuversicht rund um den NATO-Gipfel habe der Titel um rund 26 Prozent auf 81,00 Euro angezogen, ohne dass ein einziger Vertrag unterzeichnet worden wäre oder sich die Schätzungen verändert hätten. Zwar sei der Konzern bei Sensoren stark aufgestellt, gelte bei Land- und Marineplattformen aber nicht als gesetzter Profiteur. So habe sich der schwedische Wettbewerber Saab sowohl das Radarpaket für die A200-Fregatte von ThyssenKrupp Marine Systems als auch einen Zuschlag bei Diehls Flugabwehrsystem IRIS-T SLS gesichert.
Das Geschäft mit Landsystemen bleibe zwar ein Kernstück der Investmentstory, doch angesichts nur spärlich erteilter deutscher Genehmigungen blicken die Analysten vorsichtiger auf die anstehenden Ausschreibungen. Die wiederkehrenden Erlöse fielen weiterhin überschaubar aus, und die jüngst angehobene Prognose für den freien Mittelzufluss sei ein zeitlicher Effekt und nicht struktureller Natur. Gemessen am rund 18-Fachen des für 2026 erwarteten Verhältnisses von Unternehmenswert zu operativem Ergebnis zahle der Markt den vollen Preis für eine makellose Umsetzung, und das in einem Zyklus, dessen Verlauf sich über 2035 hinaus kaum abschätzen lasse. Mit Blick auf ein mögliches Abwärtspotenzial von etwa 23 Prozent raten die Experten zum Verkauf.
Ein Blick auf die Kennzahlen: Der Umsatz kletterte zuletzt auf rund 2,46 Milliarden Euro und soll nach den mwb-Schätzungen bis 2028 auf gut 3,76 Milliarden Euro anschwellen, wobei die operative Marge von 9,0 auf 14,8 Prozent zulegt. Das operative Ergebnis dürfte sich im selben Zeitraum von 221 Millionen auf knapp 557 Millionen Euro mehr als verdoppeln, das Ergebnis je Hensoldt Aktie von 0,76 auf 2,97 Euro klettern. Parallel dazu wandelt sich die Bilanz: Aus einer Nettoverschuldung von 285 Millionen Euro im vergangenen Jahr wird nach den Prognosen ab 2027 ein Nettoguthaben. Für die Analysten ist damit zwar das operative Fundament solide, der aktuelle Kurs nimmt diese Aussichten aber bereits vollständig vorweg.


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