Deutz wird mit FFG-Kauf zum Rüstungsschwergewicht
Die Deutz AG hat einen Vertrag über die vollständige Übernahme der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft geschlossen. Der Kölner Motorenhersteller kauft den Rüstungsspezialisten von den bisherigen Eigentümerfamilien für insgesamt 1,6 Milliarden Euro. Der Preis setzt sich aus einer fremdfinanzierten Barkomponente von rund 1,0 Milliarde Euro sowie einer Eigenkapitalkomponente von derzeit rund 0,6 Milliarden Euro zusammen. Letztere begleicht Deutz über neue Aktien, die an die Verkäuferfamilien gehen. Diese erhalten dadurch einen Anteil von bis zu 29,9 Prozent am erhöhten Grundkapital und werden zu langfristigen Deutz-Ankeraktionären. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
FFG mit Sitz in Flensburg zählt Unternehmensangaben zufolge zu den europäischen Anbietern militärischer Land- und Spezialfahrzeuge und beliefert unter anderem die Bundeswehr, NATO-Streitkräfte sowie die Ukraine. Zum Portfolio gehören unter anderem Panzer-Plattformen wie die Wisent-Serie. Im Geschäftsjahr 2025 setzte das Unternehmen rund 760 Millionen Euro um. Nach dem Vollzug soll FFG den Kern des Geschäftsbereichs Deutz Defense bilden.
Mit dem Zukauf will Deutz seine strategischen Ziele für 2030, einen Umsatz von 4 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge von 10 Prozent, früher als geplant erreichen. „Zusammen mit FFG wird Deutz zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen”, so Konzern-CEO Sebastian Schulte am Donnerstag. Man erwarte „aus dem Zusammenschluss signifikante Umsatzsynergien, insbesondere in den Bereichen Engines und Service, sowie weitere Opportunitäten durch gezielte Kostensynergien”, so das Kölner Unternehmen.
Über die Ausgabe der neuen Deutz-Aktien soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 24. August 2026 entscheiden. Der Vollzug der Übernahme steht zudem unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für Ende 2026 oder das erste Quartal 2027 erwartet. Ergänzend schlossen beide Seiten eine Investorenvereinbarung, die den Verkäuferfamilien eine angemessene Vertretung im Aufsichtsrat von Deutz zusichert.

