Neue Kraftwerksstrategie schließt Lücke nur halb - DZ BANK
Die neue Kraftwerksstrategie der Bundesregierung bleibt hinter den Erfordernissen zurück. „Die geplanten rund 11 Gigawatt decken nur einen Teil des künftigen Bedarfs an zusätzlicher steuerbarer Leistung. Die Bundesnetzagentur bezifferte diesen bis 2035 auf mindestens 22 Gigawatt. Die Versorgungslücke wird damit nicht geschlossen, sondern nur verkleinert“, sagt DZ BANK Analystin Linda Yu. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Zu kurz greift aus Yus Sicht auch der Anspruch an Technologieoffenheit. Die Strategie laufe „faktisch auf ein Förderprogramm für neue Gaskraftwerke“ hinaus. Technologien wie Batteriespeicher, Kraft-Wärme-Kopplung, flexibilisierte Biogasanlagen oder Demand-Side-Management würden vernachlässigt.
Der starre Fokus auf fossile Gaskraftwerke birgt für die Analystin zudem die Gefahr, dass die angestrebte Stärkung der Energiesouveränität verfehlt wird und es zu Lock-in-Effekten kommt. „Die neuen Kraftwerke sollen zwar langfristig auf Wasserstoff umgestellt werden, werden zunächst jedoch mit Erdgas betrieben.“ Verzögere sich der Wasserstoffhochlauf, drohe, aus der Brückentechnologie eine dauerhafte Erdgaslösung zu werden – und damit eine neue Abhängigkeit von fossilen Importen.
Teuer werden dürfte die Strategie auch für Steuerzahler und Stromkunden. Über die Laufzeit summiert sich die Förderung auf 14 bis 35 Milliarden Euro. „Das ist eher die Untergrenze. Baut die Bundesregierung die steuerbare Leistung, wie von der BNetzA kalkuliert, um bis zu 20 Gigawatt aus, werden die Kosten mit Sicherheit deutlich höher liegen“, so Yu. Finanziert werden soll das über eine Kapazitätsumlage. In der Vergangenheit standen dafür rund 2 Cent pro Kilowattstunde im Raum. Das würde vor allem energieintensive Branchen zusätzlich unter Druck setzen.
Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DZ Bank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

