Börse am Morgen: DAX, Conti, Samsung, Konjunkturdaten - Nord/LB
Lichtblick für die angeschlagene deutsche Industrie: Sie hat im Mai trotz anhaltender Belastungen durch den Iran-Krieg mehr Aufträge bekommen und damit den zuvor erlittenen Rückgang teilweise wettgemacht. Das Neugeschäft wuchs um 1,9% im Vergleich zum April, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Die Erholung im Mai ist wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau zurückzuführen, wozu Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge gehören. Hier lagen die Bestellungen aufgrund mehrerer Großaufträge um 85,0% höher als im Vormonat. Der Staat investierte Milliarden in Infrastruktur und Aufrüstung. Zuwächse gab es auch im Maschinenbau (+3,7%) und im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+5,7%). Die Automobilindustrie (-3,8%) und die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-7,8%) meldeten dagegen eine sinkende Nachfrage.
Börsenprofis blicken auch dank der angepeilten Reformen in Deutschland optimistischer auf die Konjunktur in der Euro-Zone. Das Stimmungsbarometer stieg um 10,3 Punkte auf - 3,1 Zähler und damit das 3. Mal in Folge, wie die Beratungsfirma Sentix zu ihrer mtl. Umfrage unter 974 Anlegern mitteilte. "Für Euroland hellt sich das Konjunkturbild spürbar auf", erklärte Sentix-Geschäftsführer Hussy. "Besonders Deutschland liefert Rückenwind, denn die jüngsten politischen Maßnahmen scheinen Vertrauen zu schaffen."
Die Erzeugerpreise in der Industrie im Euroraum haben im Mai im Zuge des Iran-Konflikts stärker angezogen als erwartet. Sie kletterten um 5,9% zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg um 5,7% gerechnet, nach einem Plus von revidiert 5,0% im April. Allein die Energiepreise in der Industrie zogen im Mai um 14,0% ggü. dem Mai 2025 an. Die Herstellerpreise für Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen kletterten um 2,2%. Bei Vorleistungsgütern ergab sich ein Plus von 5,5%.
Tagesausblick
Die deutsche Industrieproduktion ist heute Früh im Fokus der Märkte, welche im Mai noch immer vom Iran-Konfliktes überschattet wurde. Darüber hinaus werden die USA unter dem Lichte des gleichen exogenen Schocks ihre Handelsbilanz veröffentlichen. Obwohl die Auslandsnachfrage u.a. aufgrund der strategischen Resilienz zuletzt recht hoch war, so dürfte der Außenhandel der Vereinigten Staaten auf der Importseite wieder etwas stärker angestiegen sein als die Exportseite. Dem amtierenden US-Präsidenten war dies zuletzt ein ausgesprochener Dorn im Auge, ja sogar eines der zentralen Themen seines Wahlkampfes vor zwei Jahren.
Aktienmärkte
Der DAX hat erstmals in seiner Geschichte die Marke von 25.900 Punkten überwunden. So mancher Analyst zweifelt daran, dass der Höhenflug weiter gehen wird. DAX +0,15%; MDAX +0,90%; TecDAX +0,33%. Die Wall Street profitierte von der anhaltenden Begeisterung für Künstliche Intelligenz und Technologie-Werte. Dow +0,34%; Nasdaq C. +1,12%.
Rund 3 Wochen nach seinem Börsendebüt zieht SpaceX in den US-Technologie-Index Nasdaq100 ein. Der Index-Anbieter Nasdaq hat hierfür Profitabilität als eines der Aufnahmekriterien gestrichen. SpaceX hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 4,9 Mrd. USD verbucht. Durch den Einzug in den Nasdaq100 sind Indexfonds gezwungen, sich mit den Aktien des Unternehmens einzudecken. Experten rechnen mit zusätzlichen Käufen in Milliardenhöhe.
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Unternehmen
Continental hat die Tochtergesellschaft ContiTech in einem Milliardengeschäft an den Finanzinvestor Lone Star Funds verkauft. Die Continental AG habe nach Zustimmung des Vorstands und des Aufsichtsrats einen Vertrag über die Veräußerung unterzeichnet, erklärte der Konzern. Der vereinbarte Unternehmenswert beträgt demnach 4,0 Mrd. EUR zuzüglich möglicher erfolgsabhängiger Komponenten von bis zu 250 Mio. EUR in den Folgejahren. Der Vollzug stehe unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und könnte noch bis Ende 2026 erfolgen. Den Aktionären winkt laut Continental eine Sonderdividende.
Anhaltend rasant steigende Preise für Speicherchips haben Samsung zu einem operativen Rekordgewinn verholfen, der die Gewinne der vergangenen 3 Jahre zusammen übertrifft. Dennoch brach die Aktie heute Morgen ein, da die Ergebnisse die Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-getriebenen Chip-Booms nicht zerstreuen konnten. Der gemessen am Umsatz weltgrößte Speicherchip-Hersteller teilte mit, der operative Gewinn sei in Q2 auf 89,4 Bio. Won (umgerechnet rund 55 Mrd. EUR) gestiegen.
Devisen
Der EUR holte im späten US-Devisenhandel Verluste auf
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