HELIOS SOLAR: „Deutschland wird unser europäischer Hub“
Mit der HELIOS SOLAR kommt bald ein Unternehmen aus Malaysia an die Börse Frankfurt, das Photovoltaik-Projekte für Industrie- und Gewerbekunden sowie große Freiflächenanlagen entwickelt und realisiert. Angeboten werden beim Börsengang bis zu 7,6 Millionen Aktien zu je 4,00 Euro. Gezeichnet werden können die Papiere bis zum 13. Juli. Die Erstnotiz findet am 28. Juli statt.
Im Exklusivinterview mit der Redaktion von 4investors erläutert Vorstandschef Dato Ken das Geschäftsmodell von HELIOS SOLAR. Zwar liegt der Schwerpunkt der Arbeiten noch in Malaysia, doch das deutsche Geschäft soll für die Asiaten immer bedeutsamer werden. Der Manager erklärt, was mit dem frischen Geld aus dem Börsengang geschehen soll, dabei spielt auch der Ökotourismus eine gewisse Rolle. Dato Ken spricht über die Energiewende in Südostasien sowie über die Ziele bis 2029. Angesprochen wird zudem die Erweiterung des Portfolios um Batteriespeicher und digitale Energiedienstleistungen.
4investors.de: HELIOS SOLAR – der Name verrät einiges über Ihre Arbeit. In drei Sätzen: Was machen Sie?
Dato Ken: Die HELIOS SOLAR AG entwickelt und realisiert Photovoltaik-Projekte für Industrie- und Gewerbekunden sowie große Freiflächenanlagen. Unser Schwerpunkt liegt derzeit in Malaysia und weiteren Märkten Südostasiens, gleichzeitig bereiten wir den Eintritt nach Europa vor. Darüber hinaus entwickeln wir innovative Geschäftsmodelle rund um virtuelle Stromlieferverträge, Batteriespeicher und digitale Services, um erneuerbare Energien für Unternehmen einfacher nutzbar zu machen.
4investors.de: Wie ist Ihr persönlicher Hintergrund in der Solarbranche?
Dato Ken: Ich beschäftige mich bereits seit rund zwei Jahrzehnten mit der Solarbranche. Bereits 2005 habe ich mit Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Solarsektor begonnen und 2010 den Grundstein für die heutige HELIOS SOLAR gelegt. Seitdem haben wir unser Unternehmen von Malaysia aus Schritt für Schritt nach Singapur, Kambodscha und nun auch nach Europa entwickelt. Diese langjährige Erfahrung hilft uns dabei, technologische Entwicklungen und Markttrends frühzeitig zu erkennen und daraus neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
4investors.de: Sie streben nun einen Börsengang in Frankfurt an. Warum haben Sie sich für diesen Börsenplatz entschieden?
Dato Ken: Deutschland zählt zu den bedeutendsten Kapitalmärkten Europas und verfügt über eine sehr aktive Investorencommunity im Bereich erneuerbare Energien. Mit dem Börsengang in Frankfurt erhöhen wir unsere internationale Sichtbarkeit und schaffen gleichzeitig eine Plattform für unsere geplante Expansion nach Europa.
4investors.de: Werden Sie auch an einer asiatischen Börse ein Listing anstreben?
Dato Ken: Unser Fokus liegt zunächst klar auf einem erfolgreichen Börsenstart in Frankfurt. Dieses Listing soll die Grundlage für unser weiteres Wachstum bilden. Selbstverständlich beobachten wir die Kapitalmärkte kontinuierlich. Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt ein zusätzliches Listing strategisch anbieten bzw. einen strategischen Mehrwert bieten, würden wir diese Möglichkeit sorgfältig prüfen. Aktuell gibt es hierfür jedoch keine konkreten Pläne.
4investors.de: Wie sieht Ihr Geschäftsmodell genau aus?
Dato Ken: Wir verfolgen mehrere sich ergänzende Geschäftsbereiche. Zum einen entwickeln und bauen wir Photovoltaikanlagen für Kunden. Zum zweiten wollen wir künftig stärker als Stromlieferant auftreten und Unternehmen über Virtual Power Purchase Agreements langfristig mit grünem Strom versorgen. Darüber hinaus entwickeln wir einen groß angelegten Solarpark in Malaysia, dessen Kapazitäten über ein innovatives Modell auch Investoren zugänglich gemacht werden sollen. Ergänzt wird dies durch digitale Angebote und ein Innovationsökosystem. So schaffen wir mehrere Ertragsquellen, die sich gegenseitig ergänzen.
4investors.de: Sie wollen beim Börsengang bis zu 30,4 Millionen Euro erlösen. Wie soll das frische Kapital eingesetzt werden?
Dato Ken: Der überwiegende Teil der Mittel fließt in unser Kerngeschäft. Rund 60 Prozent wollen wir in Malaysia investieren, insbesondere in die Entwicklung neuer Solarprojekte und den Aufbau unseres Solarpark-Konzepts. Weitere Mittel sind für die Expansion nach Deutschland und Europa vorgesehen, außerdem für den Ausbau unserer Technologieplattform, unseres Innovationszentrums sowie als zusätzliches Working Capital, um größere Projekte realisieren zu können.
4investors.de: Fast 60 Prozent des Geldes sollen in Malaysia investiert werden. Wie sehen die dortigen Pläne aus?
Dato Ken: Malaysia bleibt unser wichtigster Heimatmarkt. Dort sehen wir eine Kombination aus hervorragenden natürlichen Voraussetzungen, einer wachsenden Stromnachfrage und einer zunehmend ambitionierten Energiepolitik. Das Kapital soll vor allem in die Entwicklung neuer Solarparks, den Ausbau unserer Projektpipeline, Batteriespeicherlösungen sowie den Aufbau unseres geplanten Innovationszentrums fließen. Gleichzeitig wollen wir unsere Position als Entwickler großer Photovoltaikprojekte weiter ausbauen.
4investors.de: Neben Malaysia sind Sie auch in anderen Ländern in Südostasien aktiv. Geben Sie dazu bitte einen Überblick!
Dato Ken: Wir verfügen bereits über operative Aktivitäten beziehungsweise Gesellschaften in Malaysia, Singapur und Kambodscha. Singapur ist für uns vor allem als regionales Energie- und Finanzzentrum interessant, während Malaysia unser wichtigster Entwicklungsmarkt bleibt. Kambodscha eröffnet zusätzliche Chancen im Bereich Projektentwicklung. Unser Ansatz besteht darin, die wirtschaftlich eng miteinander verflochtenen ASEAN-Märkte schrittweise miteinander zu verbinden.
4investors.de: Verzettelt man sich als eher kleines Unternehmen nicht, wenn man auf so vielen Hochzeiten tanzt?
Dato Ken: Diese Frage wird uns häufig gestellt. Tatsächlich verfolgen wir jedoch keine wahllose Expansion. Wir konzentrieren uns auf Regionen, die strategisch miteinander verbunden sind. Unsere Erfahrung in Südostasien bildet dabei das Fundament, während Deutschland unser europäischer Hub wird. Wir wachsen kontrolliert und projektorientiert – nicht um jeden Preis.
4investors.de: In Kelantan setzen Sie nicht nur auf Solarenergie, sondern auch auf Ökotourismus. Was genau machen Sie dort?
Dato Ken: Unser Konzept geht über einen klassischen Solarpark hinaus. Ein großer Teil des Geländes soll bewusst als Natur- und Wildschutzgebiet erhalten bleiben. Damit verbinden wir erneuerbare Energieerzeugung mit Biodiversität und nachhaltiger Landnutzung. Langfristig soll dort auch ein Ökotourismus-Konzept entstehen, das Besucher für erneuerbare Energien und Naturschutz sensibilisiert. Damit möchten wir zeigen, dass wirtschaftliche Entwicklung und Umweltverträglichkeit kein Widerspruch sein müssen.
4investors.de: Welche Einstellung haben Bevölkerung und Behörden zu Solarprojekten in Malaysia?
Dato Ken: Das Umfeld entwickelt sich sehr positiv. Die Regierung fördert den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv, weil sie Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz miteinander verbinden möchte. Auch Unternehmen fragen zunehmend langfristige Grünstromlösungen nach, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dadurch verbessert sich das Marktumfeld kontinuierlich.
4investors.de: Wie werden Solarprojekte in Malaysia gefördert?
Dato Ken: Malaysia setzt zunehmend auf marktorientierte Förderinstrumente. Besonders wichtig sind langfristige Stromlieferverträge sowie neue regulatorische Modelle wie das CRESS-System, über das Strom auch außerhalb des direkten Netzanschlusses vermarktet werden kann. Solarstrom wird in Malaysia produziert und im benachbarten Singapur, wo viel Strom gebraucht wird, verkauft. Gleichzeitig investiert Malaysia erheblich in den Ausbau seiner Stromnetze und verfolgt ambitionierte Ausbauziele im Rahmen seiner Energiewende.
4investors.de: Ihre Pipeline soll sich von 2026 bis 2029 versechzigfachen. Ist dies realistisch?
Dato Ken: Unsere Ziele sind ambitioniert, aber sie beruhen auf einer konkreten Projektpipeline und auf einem Markt, der derzeit außergewöhnlich stark wächst. Natürlich hängt die Umsetzung von Genehmigungen, der Finanzierung und der allgemeinen Marktentwicklung ab. Deshalb kommunizieren wir unsere Planungen transparent und weisen auch auf die entsprechenden Risiken hin. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass die Energiewende in Südostasien enormes Wachstumspotenzial bietet und Helios davon profitieren kann.
4investors.de: Wann wird HELIOS SOLAR profitabel sein?
Dato Ken: Unser Ziel ist es, durch den Ausbau unserer Projektpipeline und wiederkehrende Einnahmen aus Stromlieferverträgen sowie Betriebs- und Wartungsleistungen nachhaltig profitabel zu wachsen. Als Projektentwickler unterliegen unsere Ergebnisse naturgemäß gewissen Schwankungen, weil Umsätze häufig an den Abschluss einzelner Projekte gekoppelt sind. Langfristig wollen wir den Anteil planbarer und wiederkehrender Erlöse deutlich erhöhen. Einen konkreten Zeitpunkt für eine nachhaltige Profitabilität nennen wir bewusst nicht, da dies unter anderem von Projektfortschritten und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt.
4investors.de: Wo sehen Sie derzeit besonders großes Potenzial für HELIOS SOLAR – wenn man Malaysia nicht berücksichtigt?
Dato Ken: Neben Malaysia sehen wir insbesondere in Deutschland und weiteren europäischen Märkten attraktive Perspektiven. Darüber hinaus beobachten wir die Entwicklung innerhalb der ASEAN-Staaten sehr genau. Der regionale Stromhandel wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Die geplante stärkere Vernetzung der Stromnetze eröffnet neue Möglichkeiten, erneuerbare Energie grenzüberschreitend zu vermarkten.
4investors.de: HELIOS SOLAR ist im Bereich der Aufdach- und Freiflächen-Photovoltaik aktiv. Wird es auch künftig bei diesen beiden Schwerpunkten bleiben?
Dato Ken: Diese Bereiche bleiben unser Kerngeschäft. Gleichzeitig entwickelt sich die Branche weiter. Deshalb ergänzen wir unser Portfolio um Batteriespeicher, Virtual Power Purchase Agreements und digitale Energiedienstleistungen. Wir möchten unseren Kunden künftig komplette Energielösungen anbieten und nicht lediglich Solaranlagen errichten.
4investors.de: Auf Ihrer Agenda steht auch ein Innovationszentrum. Was soll dort geschehen?
Dato Ken: Das Innovationszentrum soll verschiedene Kompetenzen bündeln. Dort möchten wir neue Technologien testen, intelligente Steuerungssysteme entwickeln und innovative Anwendungen für Photovoltaik und Energiespeicherung vorantreiben. Gleichzeitig soll das Zentrum den Austausch mit Hochschulen, Technologiepartnern und Industrieunternehmen fördern. Innovation ist für uns ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
4investors.de: Sie haben gute Beziehungen zur Cambodian Public Bank. Werden Sie demnach auch nach Kambodscha expandieren?
Dato Ken: Wir sind bereits mit einer Gesellschaft in Kambodscha vertreten und beobachten den Markt sehr aufmerksam. Grundsätzlich sehen wir dort interessante Entwicklungsmöglichkeiten. Unser derzeitiger Schwerpunkt liegt allerdings auf Malaysia und dem weiteren Ausbau unseres bestehenden Geschäfts. Wenn sich attraktive Projekte ergeben, werden wir diese selbstverständlich prüfen.
4investors.de: Wie sehr ist der Solarmarkt in Südostasien bisher überhaupt erschlossen?
Dato Ken: Aus unserer Sicht steht der Markt noch am Anfang einer langfristigen Wachstumsphase. Die Region verfügt über hervorragende natürliche Voraussetzungen, gleichzeitig steigt der Strombedarf aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung kontinuierlich. Viele Länder haben ehrgeizige Ausbauziele für erneuerbare Energien formuliert. Deshalb sehen wir dort in den kommenden Jahrzehnten enormes Potenzial.
4investors.de: Der Streubesitz nach dem Börsengang ist zunächst recht gering. Das dürfte für größere Investoren ein Hemmnis sein?!
Dato Ken: Uns ist bewusst, dass institutionelle Investoren häufig einen höheren Free Float bevorzugen. Gleichzeitig befinden wir uns in einer frühen Wachstumsphase. Der Börsengang ist für uns der erste Schritt. Mit zunehmendem Unternehmenswachstum und einer steigenden Marktkapitalisierung kann sich auch die Aktionärsstruktur weiterentwickeln. Entscheidend ist zunächst, dass wir unsere Wachstumsstrategie erfolgreich umsetzen.
4investors.de: Wie sieht das Aktionariat von Helios aus?
Dato Ken: Nach dem Börsengang bleiben unser Gründer und ich als CEO über unsere Beteiligungsgesellschaften klarer Mehrheitsaktionär. Damit unterstreichen wir unser langfristiges Engagement für das Unternehmen und die Interessen aller Aktionäre. Gleichzeitig entsteht durch den Börsengang ein Streubesitz von rund 20 Prozent, der die Grundlage für einen liquiden Börsenhandel bildet.
