Infineon Aktie: Dresdner Fabrik und KI treiben Kursziele auseinander
Vor den Infineon-Quartalszahlen am 5. August und rund um die Eröffnung der neuen Chipfabrik in Dresden gehen die Einschätzungen zum Anteilschein des Münchner Halbleiterkonzerns spürbar auseinander. Vier Häuser bewerten den DAX-Wert zwischen klarem Kaufvotum und neutraler Zurückhaltung. Im Zentrum stehen die Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz, die neue Fabrik und die Frage, wie sich das große Nicht-KI-Geschäft entwickelt. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Bernstein Research bestätigt für die Infineon Aktie das bisherige „Outperform” und das mit Abstand höchste Kursziel unter den 4 Expertenstimmen bei 102 Euro. Erwähnung findet der Chiphersteller in einer Studie zu humanoiden Robotern. Die endgültigen Profiteure dieses Megatrends ließen sich nach Ansicht der Analysten noch nicht ausmachen. Auch Nachzügler hätten gute Karten, da sich die Vorreiter bislang keinen bleibenden Vorsprung gegenüber der Konkurrenz gesichert hätten.
Die Analysten der Deutschen Bank Research halten anlässlich der Eröffnung des neuen Dresdner Werks an ihrer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 90 Euro fest. Kunden fragen die KI-Produkte von Infoneon ungebrochen kräftig nach, heißt es. Daraus leiten die Aktienanalysten Chancen ab, das für 2027 gesteckte KI-Umsatzziel von 2,5 Milliarden Euro merklich anzuheben. Als weiteren Rückenwind werten sie die kürzlich angekündigte zweite Welle von Preisanhebungen.
Barclays erhöht das Kursziel für den Münchner Chipkonzern deutlich von 63 auf 90 Euro, zugleich belässt man dessen Einstufung bei „Overweight”. Mit Zuversicht blicken die Analysten auf die Berichtssaison der Hardwareunternehmen aus Europa und Asien, mahnen zugleich aber zur gezielten Auswahl, da die Erwartungshaltung bereits gestiegen sei. Anleger achteten verstärkt darauf, ob sich KI-Ausgaben tatsächlich auszahlten und wie weit einzelne Titel schon gelaufen seien. Zu ihren Favoriten zählen unter anderem SK Hynix und Taiwan Semiconductor. Vom bayerischen Konzern erhoffen sie sich Aufschluss darüber, wieweit das neue Werk die Engpässe bei Leistungshalbleitern lindern kann.
UBS belässt es beim „Neutral” und dem niedrigsten der vier Kursziele für die Infineon Aktie von 61 Euro. Zur Zahlenvorlage dürfte die Konzernführung erneut zuversichtliche Töne zum Geschäftszyklus und zum Thema KI anschlagen, so die Erwartung. Für die zweite Jahreshälfte sehen die Analysten allerdings wachsende Risiken bei den Marktanteilen im KI-Geschäft sowie anhaltende Schwierigkeiten in China. Sorgen bereitet ihnen vor allem das oft übersehene Geschäft jenseits der KI, das in diesem Jahr rund 90 Prozent der Erlöse ausmachen dürfte.

