Rational: Längst nicht jede Küche ist versorgt
Seit 1973 stellt Rational Geräte vor allem für Großküchen her. 1996 wurde der 100.000 Kombidämpfer produziert, 2026 hat man die Zahl von 1,5 Millionen erreicht. Von diesen sind geschätzt noch 950.000 Einheiten weltweit aktiv. Im Schnitt ist ein Gerät beim Kunden 10 bis 12 Jahre im Einsatz, im Einzelfall kann die Nutzungsdauer aber auch bei 40 Jahren liegen.
Inzwischen besteht die Produktpalette aber nicht nur aus dem klassischen Kombidämpfer (iCombi). Hinzugekommen sind der iVario und der iHexagon, wie Stefan Arnold, IR Chef von Rational, auf der mwb inspired Konferenz in Frankfurt erläutert.
Die Gesellschaft aus Landsberg am Lech mit drei Produktionsstandorten ist in 120 Ländern aktiv und hat 32 Tochtergesellschaften. 4.000 Partner weltweit kümmern sich um den Service und um den Vertrieb. Rund 600 Patente schützen die Produkte von Rational.
Aufholchancen in China
Während Rational mit der Entwicklung global zufrieden ist, gibt es doch einen schwarzen Flecken auf der Landkarte. Nicht ganz optimal läuft es für Rational in China, wie Arnold ausführt. Dort hat man sich von der Pandemie nicht wirklich erholt. Lag der dortige Marktanteile damals bei bis zu 7 Prozent, so sind es inzwischen nur noch 2 Prozent bis 3 Prozent. Dabei hat man selber Fehler im Vertrieb gemacht, das Verbrauchersentiment ist aber ebenfalls schwächer geworden. Kunden gehen seltener in Restaurants. Nun arbeitet Rational daran, den Vertrieb in China wieder zu stärken. Dazu bietet man in dem asiatischen Land ein preisgünstigeres Modell an, da chinesische Kunden besonders preissensitiv sind. So will man Marktanteile zurückgewinnen.
Auch weltweit sieht Arnold noch viel Potenzial für Rational. Es gibt global rund 20 Millionen Groß- und Profiküchen, davon sind 4,8 Millionen für den iCombi von Rational interessant. Etwa in jeder Achten dieser Küchen findet sich ein Gerät von Rational. Hier sind für Rational demnach noch viele Aufträge möglich. Die Marktdurchdringung ist noch nicht weit fortgeschritten. Noch mehr Potenzial gibt es für den iVario und den iHexagon.
Einen Produktionsstandort in den USA lehnt Arnold ab. Er erläutert in Frankfurt, dass dies aus finanziellen Gründen keinen Sinn mache. Zwar gab es immer wieder entsprechende Überlegungen, letztlich wäre eine Produktion in Amerika aber zu teuer. Rund 20 Prozent bis 25 Prozent würde dies mehr kosten, da die US-Industriekosten angezogen sind. Selbst mit den US-Zöllen macht dies aktuell daher keinen Sinn. Somit bleibt es bei den Produktionsstandorten in Landsberg, Wittenheim (Frankreich) und China.
2025 machte Rational einen Umsatz von 1,26 Milliarden Euro. Davon entfiel der Großteil auf den iCombi. Der iVario trugt 151 Millionen Euro zum Umsatz bei. Im laufenden Jahr will man den Umsatz um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert steigern.
Die EBIT-Marge lag 2025 bei 26,4 Prozent. Im laufenden Jahr wird ein Wert von 25 Prozent bis 26 Prozent angestrebt. Die Belastung durch die Zölle dämpft mögliche Margensteigerungen.
Interessante Dividendenpolitik
Rational verfügt über liquide Mittel von mehr als 500 Millionen Euro. Da es aber keine sinnvollen M&A-Ziele gibt, muss man dafür kein Geld in der Hinterhand halten. Freuen können sich darüber die Aktionäre da die Ausschüttungsquote bei rund 70 Prozent liegt. So hat es für 2025 eine Dividende von 16,00 Euro und eine Sonderdividende von 4,00 Euro je Aktie gegeben. Aktienrückkäufen erteilt Arnold hingegen eine Absage, diese machen für ihn keinen Sinn.
Zuletzt haben die Analysten von Berenberg eine Kaufempfehlung für die Aktien von Rational ausgesprochen. Die Experten sehen das Kursziel bei 835,00 Euro. Von den Analysten von Bernstein kommt das Votum „outperform“ bei einem Kursziel von 1.045,00 Euro. Die Analysten der Deutschen Bank sind nicht ganz so zuversichtlich: Halten bei einem Kursziel von 773,00 Euro lautet ihr Votum.
Die Aktien von Rational notieren aktuell bei 642,50 Euro.
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