Rheinmetall Aktie: Analysten senken reihenweise Kursziele nach Fregatten-Debakel
Der Verlust des Fregattenauftrags F-126 hat den Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall an der Börse hart getroffen und den Aktienkurs des Düsseldorfer Konzerns seit Dienstag von 1.166,60 Euro auf 900,20 Euro im heutigen Handel einbrechen lassen. Die wichtige charttechnische Unterstützungszone für den DAX-Titel bei 933 Euro wurde damit zwar unterschritten, bisher hat sich der Break aber nicht bestätigt. Am Nachmittag notiert die Rheinmetall Aktie aktuell bei Kursen um 950 Euro.
Drei Analystenhäuser reagieren mit teils kräftig gestutzten Kurszielen für die Rüstungsaktie auf die Neuigkeiten, halten aber durchweg an ihren Kaufempfehlungen fest. Einig sind sich die Analysten darin, dass der Rückschlag schmerzt, ohne die grundsätzliche Wachstumsstory bei Rheinmetall zu beenden. Den Absturz der Marktkapitalisierung um rund zehn Milliarden Euro deuten sie als Zeichen eines erschütterten Anlegervertrauens.
Die DZ Bank reduziert in ihrer Studie den fairen Wert der Rheinmetall Aktie von 2188 auf 1705 Euro, bleibt aber bei der Kaufempfehlung. Der entgangene Fregatten-Auftrag schmerze zwar, sei aber kein Untergang, so der Tenor. Der eigentliche Wert des Projekts liege weit unter dem, was der Kurssturz nahelege. Am Mittwoch sei der Börsenwert um beinahe ein Fünftel und damit um gut 10 Milliarden Euro auf nur noch etwa 44 Milliarden Euro geschrumpft. Den operativen Gewinn aus dem Auftrag beziffern die Analysten über die gesamte, auf viele Jahre verteilte Laufzeit auf rund 1,5 Milliarden Euro. Für die Ambitionen des Konzerns im Marinegeschäft werten sie das Aus dennoch als Dämpfer.
Vertrauensschaden für Rheinmetall
Warburg Research nimmt das Kursziel von 1550 auf 1500 Euro zurück und bestätigt die bisherige Kaufempfehlung für die Aktien von Rheinmetall. Die Analysten sprechen von einem überraschenden Rückschlag und halten die Wucht der Kursreaktion für überzogen. Darin spiegele sich allerdings die grundsätzliche Sorge der Anleger, ob die hochgesteckten Wachstumsziele des Unternehmens noch tragfähig seien. Hinzu komme ein Vertrauensschaden: Das Management habe Investoren kurz zuvor noch signalisiert, der Vertragsabschluss sei zum Greifen nah.
Jefferies senkt das Kursziel am deutlichsten, von 1890 auf 1300 Euro, hält aber ebenfalls an der Einstufung der Rheinmetall Aktie mit „Buy” fest. Der Konzern stecke derzeit in einer schwierigen Lage, heißt es. Mit ihrer Umsatzprognose für 2030 liegen die Analysten nun ein Fünftel unter der Zielmarke des Unternehmens. Dass die Börse den Konzern an einem einzigen Tag um ein Vielfaches dessen abgewertet habe, was an operativem Gewinn verloren gehe, belege den Vertrauensverlust unter den Investoren. Für die Berechnung ihres Kursziels legen die Experten nun einen kürzeren Horizont bis 2028 zugrunde.
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