Börse am Morgen: Daimler Truck, SpaceX, Ölpreis, Konjunkturdaten - Nord/LB
Das Geschäftsklima im dt. Wohnungsbau hat sich im Mai weiter verschlechtert und bleibt von Unsicherheit sowie anhaltendem Pessimismus geprägt. Zwar hellten sich laut Ifo-Institut die Erwartungen leicht auf und die Auftragslage verbesserte sich marginal, gleichzeitig nahmen jedoch Stornierungen zu und viele Unternehmen klagen weiter über zu wenige Aufträge. Belastend wirken zudem anhaltende Materialengpässe und eine hohe Zurückhaltung von Investoren und Bauherren. Zusätzlichen Druck erzeugen gestiegene Kosten infolge geopolitischer Spannungen, weshalb die Branche verstärkt staatliche Entlastungen fordert.
Die gestern vom EU-Statistikamt veröffentlichten Zahlen zur Industrieproduktion im Euroraum zeigen nur ein minimales Wachstum. Im April stagnierte die Produktion weitgehend und stieg lediglich um 0,1% gegenüber dem Vormonat, womit die Erwartungen der Ökonomen leicht verfehlt wurden. Während die Energie- (-0,4%) und Investitionsgüterproduktion (-0,5%) rückläufig waren, legte die Produktion von Vorleistungsgütern zu. Insgesamt signalisiert die Entwicklung eine weiter anhaltend schwache Dynamik im industriellen Sektor der europ. Währungsunion.
Tagesausblick
Neben den beiden Zinsentscheidungen aus Japan und Australien steht heute außerdem die Konjunkturprognose des ZEW auf der Agenda. Während wir davon ausgehen, dass die derzeitige Lage weiterhin als negativ aufgefasst wird, sollte sich die Erwartungshaltung bei den Befragten freundlicher präsentieren. Möglicherweise wurde die aktuelle Umfrage von den jüngsten Entwicklungen überholt, es zeichnet sich allerdings ab, dass die Talsohle der Weltwirtschaft überwunden sein könnte. Man soll den Tag aber nicht vor dem Abend loben!
Aktien- und Rentenmärkte
Nach dem größten Börsengang der Geschichte setzte SpaceX am Montag seinen Höhenflug fort (die Aktie legte zum Wochenstart um weitere 19,6% zu, nachdem sie bereits am letzten Freitag um 19% gestiegen war). Die Marktkapitalisierung überschritt damit die zwei Billionen Dollar Marke (womit SpaceX zum sechstgrößten US-Unternehmen aufstieg und Elon Musk zum ersten Billionär der Welt machte). Zusätzliche Euphorie entstand durch Musks Ziel, bis zum Jahr 2030 einen Umsatz von einer Billion Dollar zu erreichen. Perspektivisch stützt derzeit auch die erwartete Aufnahme in den Nasdaq 100 sowie in FTSE- und MSCI-Indizes die Nachfrage durch passive Investoren. Insgesamt bleibt die Rally damit indexgetrieben. Der dt. Leitindex DAX schloss in diesem Risk-On Umfeld im Plus. Die zu Anfang des Handelstages übersprungene 25.000er Marke konnte aber nicht gehalten werden. An der Wall Street geht indes die Rekordjagd des Dow Jones pausenlos weiter. DAX +1,05%; MDAX +1,56%; TecDAX +0,47%; Dow Jones +0,92%; S&P 500 +1,65%; Nasdaq Comp. +3,07%.
Am Rentenmarkt führte die Entspannung bei den Energiepreiserwartungen zu fallenden Kurzfristrenditen sowie einer bullischen Versteilerung der europ. Zinskurve (die Renditen zweijähriger dt. Staatsanleihen verließen den Handel 5 Basispunkte niedriger (bei 2,57%), nachdem sie im Tagesverlaufsogar um bis zu 7 Basispunkte auf 2,55% gefallen waren (niedrigster Stand seit dem 29. Mai)). Gleichzeitig bleibt die geldpol. Unsicherheit aber hoch, da die EZB vor möglichen Zweitrundeneffekten steigender Energiepreise auf die Inflation warnt (Lagarde).
Unternehmen
Daimler Truck forciert den Ausbau seines Defence-Geschäfts und investiert einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag mit dem Ziel, bis 2028 rd. EUR 1 Mrd. Umsatz im Militärsegment zu generieren. Unter der neuen Dachmarke „Daimler Truck Defence“ sollen konzernweit Plattformen (u. a. Mercedes-Benz, Freightliner, Western Star, BharatBenz) stärker militärisch genutzt werden. Mit rund 1.000 Mitarbeitern positioniert sich das Unternehmen damit als Anbieter militärischer Mobilität mit klarer Skalierungsagenda. Bestehende Großaufträge (Bundeswehr, Kanada, Frankreich) unterstreichen die zunehmende Bedeutung und Visibilität des Segments im Konzernportfolio.
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Rohstoffe
Obwohl das Abkommen zwischen den USA und dem Iran noch gar nicht ratifiziert ist und die Strasse von Hormus erst ab Freitag wieder geöffnet werden soll, haben sich die Ölpreise zu Beginn der Woche spürbar verbilligt. Brent und WTI fielen jeweils über vier bis fünf Prozent je Barrel. Händler erklärten den Rückgang vor allem durch vorweggenommene Markterwartungen, während die physische Angebotslage weiterhin angespannt bleibt, denn trotz der Entspannung dürfte die Wiederaufnahme der Öltransporte nur schrittweise erfolgen, sodass 2026 weiterhin ein Angebotsdefizit möglich ist.
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Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

