Börse am Morgen: Bayer, Bitcoin, Lululemon, SpaceX, Konjunkturdaten - Nord/LB
Im Berichtsmonat Mai sind in den Vereinigten Staaten außerhalb der Landwirtschaft wirklich erfreuliche 172.000 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Auch die an den Vormonatsdaten vorgenommenen Revisionen sind positiv zu bewerten. Dabei bleibt das Dienstleistungssegment der US-Wirtschaft erwartungsgemäß ein wichtiger Job-Motor für die nordamerikanische Ökonomie. Die durchschnittlichen Stundenlöhne zogen um lediglich 0,3% M/M an. Mit Blick auf die angespannte Finanzsituation der privaten Haushalte stellt diese Entwicklung natürlich keine erfreuliche Nachricht dar. Immerhin muss sich die US-Notenbank in einem solchen Umfeld weiterhin kaum Sorgen über mögliche Hinweise in Richtung des Vorliegens einer Lohn-Preis-Spirale machen.
Wochenausblick
Die Daten der ersten Hälft der Handelswoche können (fast) nur als Vorgeplänkel für die EZB-Sitzung am Donnerstag bezeichnet werden. Dann nämlich wird klar werden, ob die Mehrheit der Kapitalmarktbeobachter Recht behalten wird und die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte anhebt. Vieles deutet darauf hin, dass es so kommen wird, sicher ist es aber – wie immer – nicht. Am Mittwoch wird es allerdings auch schon für die Notenbanker der Fed spannend, wenn die jüngste Veröffentlichung des Konsumentenpreisindexes für den Mai präsentiert wird. Nach dem „Preisschock“ im März, sollte die Dynamik auch im Mai weiter abklingen. An den Finanzmärkten dürften Anleger auch in der neuen Woche zwischen KI-Euphorie und geopolitischen Ängsten schwanken. Der Rekord-Börsengang von SpaceX am Freitag, bald gefolgt von Anthropic und OpenAI, läutet die Phase der Gewinnmitnahmen für die Risikokapitalgeber ein. Er dürfte ein wichtiger Test dafür werden, wie aufnahmefähig die Kapitalmärkte für hoch bewertete Wachstumsunternehmen sind.
Aktienmärkte
An der Wall Street hat die zur Wochenmitte eingeleitete Gewinnmitnahmen-Welle bei den heißgelaufenen US-Tech-Aktien am Freitag ein lange nicht gesehenes Ausmaß angenommen. Befeuert wurde die Bewegung von einem soliden Jobbericht, der die Spekulationen bestärkte, dass die US-Notenbank Fed demnächst ihren Leitzins erhöhen wird. Zuvor war bereits der von Vorsicht geprägte deutsche Aktienmarkt unter Druck geraten. Beobachter verwiesen als Belastung u.a. auf die unklare Lage im Nahost-Krieg und die etwas nachlassende Euphorie rund um KI. Die Furcht vor steigenden US-Zinsen und eine militärische Eskalation im Nahen Osten haben dann auch die asiatischen Aktienmärkte heute früh massiv unter Druck gesetzt.
DAX -0,75%; MDAX -1,02%; TecDAX -3,19%; Dow Jones -1,35%; S&P500 -2,84%; Nasdaq Comp. -4,19%.
Unternehmen
Der kanadische Sportbekleidungshersteller Lululemon hat wegen einer schwächelnden Nachfrage und harter Konkurrenz die Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Lululemon rechnet für das Geschäftsjahr 2026 nun mit einem stagnierenden bis um 1% rückläufigen Umsatz, nachdem zuvor ein Plus von 2-4% in Aussicht gestellt worden war.
Devisen und Rohstoffe
Die militärische Eskalation im Nahen Osten trieb die Ölpreise massiv in die Höhe, da Investoren eine Unterbrechung der globalen Energieversorgung fürchten. Daran änderte auch die Entscheidung der Opec+ vom Sonntag nichts, die Förderziele erneut anzuheben.
Der Chef des Agrar- und Pharmakonzerns Bayer, Anderson, hat angesichts des Krieges im Iran und der Blockade der Straße von Hormus vor weltweiten Ernteausfällen und steigenden Lebensmittelpreisen gewarnt. Durch die wichtige Schifffahrtsroute laufe rund ein Drittel des Welthandels mit stickstoffbasiertem Dünger, sagte der Manager in einem Interview. Bleibe die Meerenge blockiert, könne dies bereits im Herbst zu deutlich geringeren Ernten auf der Nordhalbkugel führen. Dies treffe auch den Agrar- und Pharmakonzern, obwohl Bayer selbst keinen Dünger herstelle.
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Die OECD warnt vor einer drastischen Zunahme der weltweiten Überkapazitäten bei Stahl. Diese könnten sich auf 745 Mio.t bis zum Jahr 2028 belaufen, wie die Organisation mitteilte. Das seien 319 Mio. t mehr als die aktuell im OECD-Raum produzierte Menge.
Am Kryptomarkt setzte der Bitcoin auch am Freitag seine Talfahrt fort. Damit verzeichnete dieser auf Wochensicht ein Minus von rund 15%. Problematisch für den Bitcoin sei u.a. die aktuelle Rally im Technologiesektor. Die Märkte erleben derzeit eine Rotation innerhalb des Risikokapitals.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

