Börse am Morgen: DAX, Brent, Konjunkturdaten - Nord/LB
Ifo-Geschäftsklima besser als erwartet: Am vergangenen Freitag hat das Münchner ifo-Institut aktuelle Ergebnisse seiner monatlichen Konjunkturumfrage veröffentlicht. Die Stimmung der Unternehmenslenker hat sich demnach im laufenden Monat etwas erholt, bleibt aber insgesamt sehr gedrückt. Der ifo-Geschäftsklimaindex legte leicht auf 84,9 Punkte zu. Dies ist aber mit Ausnahme des Aprilwerts der niedrigste Stand seit Mai 2020. Auch die Teilkomponenten konnten sich gegenüber dem Vormonat leicht verbessern: Die aktuelle Lage wird mit 86,1 Punkten positiver beurteilt und auch die Geschäftserwartungen legten leicht auf 83,8 Punkte zu. Insgesamt fallen die Stimmungsdaten damit etwas besser aus als erwartet. Die sektoralen Details deuten jedoch darauf hin, dass der dt. Wirtschaft noch einige Belastungen bevorstehen, insbesondere durch den Preisschub und mögliche Lieferkettenprobleme. Eine schnelle und verlässliche Öffnung der Straße von Hormus ist der Schlüssel für die dt. und globale Wirtschaft. Dank des Fiskalimpulses erwarten unsere Volkswirte für Deutschland aber trotz der geopol. Belastungen ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 0,7% in diesem Jahr.
Unternehmensinsolvenzen rückläufig: Im Februar 2026 wurden in Deutschland 2.053 Unternehmensinsolvenzen registriert (dies entspricht einem leichten Rückgang von 0,7% gegenüber dem Vorjahresmonat). Die Forderungen der Gläubiger lagen laut Stat. Bundesamt mit rd. EUR 2,5?Mrd.? deutlich unter dem Vorjahreswert von etwa EUR 9,0?Mrd.?Die Insolvenzhäufigkeit betrug 5,8 Fälle je 10.000 Unternehmen; besonders betroffen waren dabei Verkehr und Lagerei (11,1), gefolgt vom Gastgewerbe (9,7) und Baugewerbe (8,8). Während die Unternehmensinsolvenzen leicht rückläufig waren, stiegen die Verbraucherinsolvenzen zuletzt leicht an (+0,6% im Januar 2026 gegenüber Vorjahr). Hinweis: Die Statistik ist methodisch verzögert, da Insolvenzanträge erst nach gerichtlicher Entscheidung erfasst werden und der tatsächliche Antrag oft rund drei Monate früher gestellt wurde.
Wohnungsbau enttäuscht: Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Deutschland ist 2025 um 18% auf 206.600 gesunken und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2012. Bereits im Jahr zuvor war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, nachdem die Fertigstellungen zwischen 2021-2023 noch stabil bei rd. 294.000 jährlich lagen. Laut den Experten des Ifo-Instituts besteht für das Jahr 2026 die Gefahr, dass sich dieser Abwärtstrend fortsetzt. Die aufgrund des Iran-Kriegs anziehende Inflation gepaart mit steigenden Materialkosten und steigenden Zinsen sowie sinkenden Reallöhnen wirkt belastend. Für 2026 rechnet das IfoInstitut nur noch mit der Fertigstellung von 185.000 Wohnungen.
Wochenausblick
Der Start der verkürzten Handelswoche in Deutschland beginnt mit einem leisen Crescendo. Der heutige Dienstag sowie Mittwoch sind demnach mengenmäßig überschaubar und halten US-amerikanische Verbraucherbefragungen und Einzelhandelsumsätze aus der Bundesrepublik parat. Die Taktzahl erhöht sich erst am Donnerstag mit Inflationsdaten aus den USA, während das fulminante Finale am Freitag zu erwarten ist. Die deutsche Preissteigerungsrate für den April kann am letzten Handelstag also noch einmal Schwung in die Märkte bringen.
Aktienmärkte
Spekulationen über eine Lösung im Nahost-Konflikt haben den DAX gestern über die Marke von 25.000 Punkte gehievt. An der Wall Street fand am Pfingstmontag feiertagsbedingt (Memorial Day) weder Aktien- noch Rentenhandel statt.
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Unternehmen
Die Oetker-Gruppe aus Bielefeld konnte im Geschäftsjahr 2025 trotz geopolitischer Spannungen und US-Zöllen ihren Umsatz mit einem leichten Plus von 0,3% auf EUR 7,1?Mrd.?stabil halten. Das Wachstum wurde vor allem von klassischen Konsumgütern wie Tiefkühlpizza, Desserts und Backwaren getragen, während im Brauereisegment alkoholfreie Getränke an Bedeutung gewinnen. Das Inlandsgeschäft blieb stabil, während der Auslandsanteil auf 44,2% anstieg (was die zunehmende Internationalisierung unterstreicht).Trotz eines insgesamt verlangsamten Wachstums (organisch +1,4%) bewertet Oetker das Ergebnis als zufriedenstellend und plant erneut Investitionen von rd. EUR 330?Mio. Für 2026 zeigt sich das Management vorsichtig optimistisch und erwartet eine Ergebnisverbesserung (das Familienunternehmen aus Ostwestfalen macht zum Gewinn traditionell keine Angaben). Heute hü und morgen hott.
Rohstoffe
Am Rohölmarkt bleibt es volatil. Die Strasse von Hormus ist weiterhin geschlossen. Der Preis für ein Fass Brent fällt auf den tiefsten Stand seit einem Monat.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
