MS Industrie: Interessante Gedankenspiele
Auf einer virtuellen Konferenz von mwb research stellt Vorstand Andreas Aufschnaiter die MS Industrie interessierten Investoren vor. Dabei wird deutlich, dass die im m:access notierte Gesellschaft stärker diversifizieren will. Früher war man fast nur als Zulieferer für LKW-Produzenten tätig, inzwischen macht dieser Bereich noch 70 Prozent des Umsatzes aus. Bis 2030 soll der Anteil auf 50 Prozent zurückgehen. Das gesamte Vertragsvolumen von MS Industrie liegt in den kommenden Jahren bei mehr als 1 Milliarde Euro.
Die weiteren 30 bzw. künftig 50 Prozent des Umsatzes sollen in unterschiedlichsten Branchen erwirtschaftet werden. Hier spielen Baumaschinen, alternative Energien aber auch die Medizintechnik oder der Automotive-Bereich eine Rolle. Künftige Kunden können zudem aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft sowie kritische Infrastruktur kommen.
Nicht umgehen lässt sich bei der Präsentation das Stichwort „Defence/Verteidigung“. MS Industrie beliefert Daimler Truck aber auch Rheinmetall/MAN mit Motorteilen, die diese dann in LKWs für die Bundeswehr einsetzen. Hier dürfte es in Zukunft weitere Aufträge geben.
Im Oktober 2027 muss MS Industrie eine Anleihe zurückzahlen. Diese hat noch ein Volumen von rund 9 Millionen Euro. Mit dem geplanten Verkauf einer Immobilie in den USA soll die Rückzahlung abgesichert werden.
Neue Anleihe nicht ausgeschlossen
Aufschnaiter verrät aber auch, dass ihm das Instrument der Anleihe sehr gut gefalle. Insgesamt hat man seit 2008 schon eine Reihe von Anleihen emittiert. Viele Investoren sind dabei wiederholt engagiert gewesen. Diese könnten ein Interesse an weiteren Emissionen haben. Auch könnte eine neue Anleihe als Sockelfinanzierung für das Working Capital dienen. Noch ist keine Entscheidung gefallen, aber Anfang 2027 will man sich in den Gremien damit näher beschäftigen. Aufschnaiter könnte sich ein Anschlussinstrument im Volumen von 5 Millionen Euro bis 10 Millionen Euro gut vorstellen.
Der Vorstand berichtet zudem, dass man ab dem 31. Dezember 2026 wieder eine Dividende vorschlagen und ausschütten kann. Bis dahin hat MS Industrie einen KfW-Kredit aus der Corona-Zeit abbezahlt, der eine Ausschüttung zuletzt verhinderte. Künftig will MS Industrie dann wieder als stabiler und regelmäßiger Dividendenzahler am Markt auftreten. Aufschnaiter kann sich für die Zukunft neben einer Dividende auch ein Aktienrückkaufprogramm vorstellen. Zur Höhe der Maßnahmen hält er sich aber noch bedeckt. Dies hängt letztlich von der künftigen Aufstellung von MS Industrie ab.
Klares Kaufvotum von Analysten
Er sieht in der Aktie auf jeden Fall Potenzial für weitere Entwicklungen. Dieser Einschätzung schließen sich die Analysten von mwb research an. Sie sprechen eine Kaufempfehlung für die Papiere von MS Industrie aus. Das Kursziel errechnen sie mit 2,20 Euro. Dabei verweisen sie auch auf den angedachten Verkauf der MS Ultraschall Anteile (49 Prozent). Dadurch würde sich die finanzielle Flexibilität der Süddeutschen weiter verbessern. Im kommenden Jahr halten sie eine Ausschüttung von 0,07 Euro je Aktie für möglich.
Die Analysten von GBC sprechen ebenfalls eine Kaufempfehlung für die Papiere von MS Industrie aus. Hier beläuft sich das Kursziel auf 2,50 Euro.
Die bis 2027 laufende Anleihe notiert bei 98,70 Prozent. Die Aktien von MS Industrie stehen bei 1,23 Euro. Das Papier hat in den letzten zwölf Monaten 20 Prozent nachgegeben.
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