Börse am Morgen: Mercedes-Benz, NextEra Energy, Northern Minerals, Ryanair - Nord/LB
Die chinesische Wirtschaft hat im April deutlich an Schwung verloren. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze blieben weit hinter den Erwartungen zurück, da höhere Energiekosten infolge des Krieges im Iran und eine schwache Binnennachfrage das Wachstum bremsten. Die Industrieproduktion sei z. B. im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 4,1% gestiegen, das schwächste Wachstum seit Juli 2023.
Trotz erster Belastungen durch den Iran-Krieg ist der deutsche Wohnungsbau im Aufwind. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg in Q1 um 14,6% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 63.500 Wohnungen. Die Zahl der Genehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator für die künftige Bauaktivität. Experten befürchten aber, dass die Dynamik nachlassen könnte. Bereits in den letzten 3 Jahren hatten höhere Zinsen und Materialkosten viele Bauherren abgeschreckt.
Ernährung: Tofuwurst, Sojabratling, Veggie-Burger: Die Produktion von veganen oder vegetarischen Fleisch-Alternativen ist 2025 erstmals geschrumpft. Die Herstellung in Deutschland sank um 1,2% im Vergleich zum Vorjahr auf 124.900 Tonnen. In den Jahren zuvor war die Erzeugung von Fleischersatzprodukten stetig gewachsen. Trotz des Rückschlags hat sich die Produktion binnen sechs Jahren aber mehr als verdoppelt (+107% / 2019: 60.400 t). Der Markt für Fleischalternativen bleibt damit eine Nische.
Tagesausblick
Den heute wichtigsten Datenkranz aus dem ökonomischen Kalender stellt der Arbeitsmarktbericht aus dem Vereinigten Königreich dar. Der Arbeitsmarkt dürfte sich perspektivisch wieder abkühlen, die Arbeitslosenquote entsprechend ansteigen. Die Rate von 4,9% aus dem Februar sollte eher eine positive Delle in der an sich eher angespannten Zeitreihe darstellen. Die sog. Payrolls dürften außerdem den 3. Monat in Folge rückläufig sein, also ein Arbeitsplatzabbau erfolgen.
Aktien- und Rentenmärkte
Aktien: Der dt. Aktienmarkt notierte nach Entspannungssignalen aus dem Nahen Osten fester, die Wall Street uneinheitlich. DAX +1,49%; MDAX +0,24%; TecDAX +1,81%, Dow Jones +0,32%; S&P500 -0,07%; Nasdaq Comp. -0,51%.
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Der weltweite Ausverkauf an den Anleihemärkten findet auch zum Wochenanfang kein Ende und treibt die Renditen in der Eurozone weiter nach oben. Die Rendite der zehnjährigen dt. Bundesanleihe kletterte auf ein frisches 15-Jahres-Hoch (3,1796%). Anleger sind besorgt, dass höhere Energiepreise im Zuge des Nahost-Konflikts die Inflation anheizen und weitere Zinserhöhungen nach sich ziehen könnten. Vor diesem Hintergrund warfen Investoren von Tokio bis New York Staatsanleihen aus ihren Depots und verschärften damit den Einbruch am Anleihemarkt.
Unternehmen
Mercedes-Benz hat sich offen für einen Einstieg in die Rüstungsproduktion gezeigt. Ein solcher Schritt müsse jedoch wirtschaftlich sinnvoll sein, sagte Konzernchef Källenius. „Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss.“
Aus Sorge vor einer Übernahme durch chinesische Akteure zwingt die australische Regierung 6 Anteilseigner des Seltene-Erden-Konzerns Northern Minerals zum Verkauf ihrer Aktien. Die Entscheidung ziele darauf ab, die nationalen Interessen des Landes zu schützen und die Einhaltung der Vorschriften für Auslandsinvestitionen zu gewährleisten, erklärte Finanzminister Chalmers.
Der wachsende Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibt die nächste Mega-Fusion in der US-Energiebranche an. Der US-Versorger NextEra Energy übernimmt den Rivalen Dominion Energy für 66,8 Mrd. USD und schafft damit den nach Börsenwert weltweit größten regulierten Stromversorger.
Europas größter Billigflieger Ryanair hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 dank einer hohen Nachfrage einen Rekordgewinn eingeflogen. Der Gewinn nach Steuern kletterte auf 2,26 Mrd. EUR von 1,61 Mrd. EUR im Vorjahr. Für das anstehende Sommerquartal zeigte sich O´Leary jedoch zurückhaltend. Entwarnung gab es bei möglichen Treibstoffengpässen wegen der Schließung der Straße von Hormus. Die Lieferanten hätten sich an die Situation angepasst, hieß es.
Rohstoffe
Die zeitweise schwächelnden Ölpreise zogen jüngst wieder klar an. „Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus bleibt der entscheidende Marktfaktor, da kein klares Ende in Sicht ist und die Pufferreserven der weltweiten Ölvorräte rapide schrumpfen“, hieß es am Markt.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
