sino und der Trade Republic Joker
Eigentlich erwartet man bei einem Vortrag auf der Frühjahrskonferenz des Equity Forums, dass ein Unternehmensvertreter über sein Unternehmen berichtet. Bei der Präsentation von sino war jedoch alles etwas anders. Vorstand Ingo Hillen fokussiert sich in seiner Ansprache nicht auf sino, vielmehr geht es fast ausschließlich um Trade Republic. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
sino hält noch 1,77 Prozent an Trade Republic. Bei der derzeitigen Bewertung ergibt dies einen Wert von rund 221 Millionen Euro oder 94,75 Euro je Aktie von sino.
Ziel von Trade Republic ist es offenbar, die größte Bank in Deutschland zu werden. Im September 2025 hatte die Gesellschaft mehr als 10 Millionen Kunden in 18 Ländern. Im Januar 2025 gab es erst 8 Millionen Kunden. Seit Herbst 2025 ist man in Polen vertreten, das ist der erste Schritt in ein Land, das nicht dem Euro-Raum angehört.
Im Portfolio von Trade Republic befinden sich 11.500 Aktien und ETFs, 5.200 Sparpläne sowie mehr als 50 Kryptowährungen. Im April hat Trade Republic den Kundenservice von 300 auf 1.000 Mitarbeiter aufgestockt. Zudem gibt es einen neuen Kundenservice mit Telefon und Live-Chat. Auch so soll die Zahl der Kunden erhöht werden.
Impulse kann es bei Trade Republic durch das kommende Altersvorsorgedepot geben. Hillen glaubt, dass dadurch 8 Millionen bis 9 Millionen neue Depots entstehen können. Die Zahl der Kunden könnte bis 2028 auf 20 Millionen ansteigen. Daraus könnten Assets under Management von 500 Milliarden Euro (September 2025: 150 Milliarden Euro) resultieren.
Unterm Strich sollte all dies die Bewertung von Trade Republic weiter nach oben bringen. Bei einem erhofften Börsengang in 2028 könnte diese auf 30 Milliarden Euro angestiegen sein, hofft Hillen. Umgerechnet auf die sino-Aktie wären dies mehr als 200 Euro je Papier wenn man dann noch den aktuellen Anteil hält. Sollte das IPO in den USA erfolgen, könnte die Bewertung noch höher liegen.
So ein wenig berichtet Hillen in Frankfurt dann doch über sino. Der Gewinn je Aktie legt im abgelaufenen Geschäftsjahr von 0,38 Euro auf 0,43 Euro zu. Die Zahl der durchgeführter Orders erhöht sich von 637.000 auf 1,063 Million. Bei den Depotkunden geht es von 270 auf 300 nach oben. Es gibt eine Dividende von 1,46 Euro je Aktie.
Im neuen Geschäftsjahr, das am 1. Oktober startete, erhöht sich die Zahl der ausgeführten Orders im ersten Quartal um 103 Prozent auf 384.000. Für das zweite Quartal werden 480.000 Orders (+83 Prozent) gemeldet.
Im neuen Geschäftsjahr wird es eine Dividende von mindestens 14,80 Euro je Aktie geben. Dies hängt mit Trade Republic zusammen. sino hat sich jüngst von einigen Anteilen getrennt. Der daraus resultieren Gewinn wird zu 90 Prozent an die Investoren ausgeschüttet, kündigt Hillen in Frankfurt an. Operativ soll sino im laufenden Jahr zwischen 2,9 Millionen Euro und 4,1 Millionen Euro verdienen.
Die Aktie von sino verliert 0,49 Prozent auf 102,50 Euro. Die 52-Wochen-Spanne läuft von 83,20 Euro bis 112,50 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie 18 Prozent zugelegt.

