Rheinmetall Aktie: mwb research und Warburg sehen Einstiegschance
Rheinmetall steht im Analystenkreis unter Druck. Die Aktie hat seit ihrem Höchststand im Jahr 2025 rund 40 Prozent verloren, ausgelöst durch CEO-Kommentare zur sinkenden Bedeutung landgestützter Systeme und dem strukturellen Trend zu günstigeren Drohnen. Das Meinungsbild ist gespalten: JPMorgan stuft ab, während mwb research und Warburg Research die Korrektur als Einstiegsgelegenheit werten. Zudem gab es in den letzten Tagen Meldungen von Rheinmtetall über Insider-Aktienkäufe, unter anderem durch den CEO Armin Theodor Papperger.
mwb research stuft die Rheinmetall-Aktie von „Halten” auf „Kaufen” hoch, das Kursziel bleibt bei 1.450 Euro. Die Bewertung habe sich auf historische Medianwerte zurückgesetzt, mit einem EV/EBITDA von rund 12x und einem KGV von 24x für 2027. Zyklusrisiken wie Margenverengung, Umsatzrückgang und sinkender Free Cashflow seien im Modell bereits berücksichtigt. Dass der Vorstandsvorsitzende zuletzt Aktien im Wert von über einer Million Euro zugekauft habe, wertet das Institut als positives Signal. Die Schätzungen von mwb research sehen den Umsatz bis 2028 auf 25 Milliarden Euro steigen, das EBITDA auf 6,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Rheinmetall Aktie soll bis 2028 auf 68,28 Euro klettern, die Dividende je Aktie auf 34,14 Euro.
Warburg Research zieht ebenfalls nach und erhöht die Empfehlung für die Rheinmetall-Aktie von „Hold” auf „Buy”, senkt allerdings parallel das Kursziel von 1.700 auf 1.550 Euro. Der Ausverkauf ist nach Meinung der Aktienanalysten übertrieben ausgefallem, die enttäuschenden Quartalszahlen bei näherer Analyse weniger beunruhigend als auf den ersten Blick. In seinem Bewertungsmodell trägt Warburg Research den Umsetzungsrisiken nun allerdings stärker Rechnung.
Die Analysten von UBS bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Rheinmetall-Aktie mit dem höchsten Kursziel unter den aktuellsten Studien zur Rheinmetall Aktie bei 2.200 Euro. Das Management habe sich in der Ergebniskonferenz wie gewohnt optimistisch gezeigt. Fragen zum Transportpanzer Boxer und zum künftigen Absatz von Munition und Raketen hätten jedoch eine gewisse Skepsis der Anleger erkennen lassen.
Geduld bei Rheinmetall gefragt
Bernstein Research bleibt beim bisherigen „Outperform” mit einem Kursziel von 2.050 Euro, mahnt zudem bei der Rheinmetall Aktie zur Geduld. Der Düsseldorfer Konzern müsse seinen enormen Auftragsbestand in sichtbare Entwicklungen beim Umsatz übersetzen und Großaufträge im klassischen Rüstungsgeschäft vorweisen, um Zweifel am Einfluss moderner Kriegsführung auf das Produktportfolio zu zerstreuen. Beides dürfte frühestens mit den Halbjahreszahlen im August greifbarer werden.
JPMorgan senkt das Kursziel für den DAX-notierten Rüstungstitel deutlich von 2.130 auf 1.500 Euro und stuft die Rheinmetall Aktie von „Overweight” auf „Neutral” zurück. In vier der vergangenen sechs Monate habe Rheinmetall die Markterwartungen verfehlt, sinkende Schätzungen seien daher wahrscheinlicher als steigende. Die eigenen Prognosen für Rheinmetall bis 2030 kappte JPMorgan um bis zu 5 Prozent. Trotz grundsätzlichem Optimismus für fünf starke Wachstumsjahre und deutscher Rüstungsausgaben sieht das Institut kurzfristig kaum Katalysatoren für eine Neubewertung.
Die Rheinmetall Aktie notiert bei 1.169,600 Euro mit 4,01 Prozent im Minus.
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