Börse am Morgen: Commerzbank, Lufthansa, Konjunkturdaten - Nord/LB
Die preisbereinigte Produktion in der deutschen Industrie ist im März 2026 gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 0,7% gesunken. Für Februar wurde der Rückgang auf -0,5% revidiert (zuvor: -0,3%). Gegenüber dem Vorjahr lag die Produktion im März um 2,8% niedriger. Belastend wirkten vor allem Rückgänge in der Energieerzeugung (-4,0%) und im Maschinenbau (-2,7%), während das Baugewerbe und die Automobilindustrie jeweils um 1,9% zulegten.
Die deutschen Exporte sind im März 2026 m/m saison- und kalenderbereinigt um 0,5% gestiegen, die Importe deutlich um 5,1%. Im Vorjahresvergleich legten die Exporte um 1,9% und die Importe um 7,2% zu. Innerhalb der EU nahmen die Exporte um 3,4% und die Importe um 3,0% zu, insbesondere in der Eurozone. Dagegen sanken die Exporte in Drittstaaten um 3,3%, während die Importe von dort um 7,4% stiegen. Die Ausfuhren in die USA gingen deutlich zurück (m/m: -7,9%; y/y: -21,4%). Exporte nach China (-1,8%) schwächten sich ebenfalls ab, während Lieferungen ins Vereinigte Königreich zulegten (+3,2%). Auf der Importseite blieb China wichtigster Handelspartner (+4,9%), während die Einfuhren aus den USA zurückgingen (-3,7%) und diejenigen aus dem Vereinigten Königreich kräftig stiegen (+11,7%).
Der als wichtiger Frühindikator für die deutsche Industrieproduktion geltende LKW-Maut-Fahrleistungsindex ist im April gegenüber März kalender- und saisonbereinigt um 0,7% gesunken. Gleichzeitig lag er 0,8% unter dem Niveau des Vorjahres.
Das US-Jobwachstum hat im April positiv überrascht: Es entstanden 115.000 neue Stellen und damit deutlich mehr als erwartet. Die Vormonatswerte wurden um insgesamt 16.000 Stellen nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,3%.
Wochenausblick
In dieser kurzen Handelswoche dürfen wir Konjunkturdaten der ersten Liga erwarten, insbesondere Inflationsdaten aus den USA werden geldpolitisch relevant. Sowohl die CPIs als auch die Inflationsrate auf der Herstellerseite, die PPIs, werden am Dienstag und respektive am Mittwoch in den Fokus rücken. Die US-Einzelhandelsumsätze werden in Deutschland aufgrund des Feiertages zunächst keine Auswirkungen haben. Unternehmensseitig sind eine Vielzahl von Quartalsberichten zu erwarten. Darüber hinaus steht eine Vielzahl von Hauptversammlungen und damit in der Folge auch Dividendenzahlungen an.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

Aktienmärkte
Zum Wochenende breiteten sich vermehrt wieder Zweifel an einem baldigen Friedensdeal im Iran-Konflikt aus. Entsprechend gaben die europäischen Aktienmärkte nach. DAX -1,32%; MDAX -1,20%; TecDAX -0,42%.
Die starken US-Arbeitsmarktzahlen sowie hohe Gewinnerwartungen aus der Berichtssaison für das 1. Quartal 2026 stützen dagegen die Wall Street. Nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG dürften die Gewinne der im S&P 500 gelisteten Unternehmen in Q1 y/y um rund 29% steigen. 83% der Unternehmenm, die ihre Zahlen bereits veröffentlicht haben, übertrafen die durchschnittlichen Gewinnerwartungen der Analysen. Dow Jones +0,02%; S&P 500 +0,84%; Nasdaq Comp. +1,71%.
Unternehmen
Die Commerzbank verschärft im Abwehrkampf gegen Unicredit ihre Ziele und plant den Abbau von rund 3.000 Stellen. Vorstandschefin Bettina Orlopp setzt auf mehr Wachstum und Effizienz, um den Aktienkurs aus eigener Kraft zu stärken und eine Übernahme unattraktiver zu machen. Der Stellenabbau soll mit dem Betriebsrat abgestimmt sein und rund EUR 450 Mio. kosten. Künftig dürften etwa 10% der Arbeit durch KI ersetzt werden. Am Filialnetz hält die Bank jedoch fest.
Die Lufthansa sieht sich infolge stark gestiegener Kerosinpreise mit Mehrkosten von EUR 1,7 Mrd. konfrontiert, die durch höhere Erlöse und Einsparungen weitgehend kompensiert werden sollen. Die Nachfrage bleibt robust, insbesondere auf Asien-Routen. In Q1 stieg der Umsatz um 8% auf EUR 8,7 Mrd., der saisontypische Verlust (adj. EBIT) sank auf EUR 612 Mio. Streiks belasteten zusätzlich. Trotz steigender Risiken – etwa möglicher Kerosinknappheit und geopolitischer Unsicherheiten – hält der Konzern an einem verbesserten Ergebnis fest, dämpft jedoch das Kapazitätswachstum und streicht unrentable Flüge.
Devisen und Rohstoffe
Erneute Angriffe zwischen den USA und dem Iran ließen die Ölpreise zum Wochenende wieder ansteigen. Allerdings wurde der Anstieg im späten Freitagshandel durch neue Hoffnungen auf einen baldigen Friedensdeal begrenzt. Dies stärkte wiederum den EUR, der gegenüber dem USD zulegen konnte.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

