All for One: EBIT halbiert, Prognose gesenkt – Programm „Precision” gestartet
Verschobene Kundenprojekte, rückläufige Software- und Support-Erlöse und ein schwaches Wirtschaftsumfeld im deutschsprachigen Raum haben bei der All for One Group im ersten Halbjahr 25/26 deutliche Spuren hinterlassen. Der Umsatz des IT-Konzerns aus Filderstadt sank um 3 Prozent auf 250,4 Millionen Euro, nach 257,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT vor M&A-Effekten halbierte sich auf 6,9 Millionen Euro, nach 14,0 Millionen Euro im Vorjahr, die entsprechende Marge fiel auf 2,8 Prozent, nach 5,4 Prozent. Bereinigt um Einmaleffekte lag das adjusted EBIT vor M&A-Effekten bei 9,4 Millionen Euro. Der Anteil wiederkehrender Erlöse stieg leicht auf 53 Prozent, Cloud & Services wuchsen um 3 Prozent auf 75,7 Millionen Euro, während Software und Support um 8 Prozent nachgaben.
Die Prognose für das Gesamtjahr 25/26 passt das Unternehmen erheblich an. Beim Umsatz bleibt die Bandbreite von 500 bis 530 Millionen Euro formal unverändert, nun jedoch inklusive der ab März 2026 erstkonsolidierten apsolut Group. Das EBIT vor M&A-Effekten wird einschließlich Einmalaufwendungen nur noch bei null Euro mit einer Schwankungsbreite von 5 Millionen Euro erwartet – nach zuvor 27,5 bis 34,5 Millionen Euro. Im zweiten Quartal 25/26 lag das EBIT vor M&A-Effekten bereits bei lediglich 0,3 Millionen Euro, nach 3,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Kostensenkungen und neuer COO-Posten im Vorstand
Als Reaktion hat der Vorstand von All for One das Programm „Precision" beschlossen. Es umfasst die Neuausrichtung des Delivery-Modells und der Vertriebsorganisation, den Abbau von Personal- und Sachkosten, die beschleunigte Integration der apsolut Group sowie den Ausbau eines Near- und Offshore-Delivery-Setups. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet All for One mit einmaligen Aufwendungen von bis zu 20 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Programm, darunter ein kurzfristig umzusetzendes Abfindungsprogramm. Ab Herbst 2026 soll „Precision" bei gleichbleibenden Marktbedingungen einen positiven jährlichen EBIT-Effekt von bis zu 20 Millionen Euro entfalten.
Organisatorisch erweitert All for One das Top-Management: Thomas Herbst übernimmt zum 1. Juli 2026 die neu geschaffene Position des Chief Operating Officer und verantwortet künftig das gesamte Beratungsgeschäft der Gruppe. Der Schritt folgt auf die Übernahme der internationalen apsolut Group sowie eine Minderheitsbeteiligung am österreichischen Cybersecurity-Anbieter BrightFlare FlexCo, mit denen All for One zu Jahresbeginn 2026 ihre SAP-Procurement- und Cybersicherheitskompetenz ausgebaut hat. Die Mitarbeiterzahl stieg durch die apsolut-Konsolidierung auf 3.073, nach 2.723 zum Vorjahresstichtag.
Die All for One Aktie notiert bei 33,30 Euro mit 9,26 Prozent im Minus.
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