Merkur Privatbank plant, „Kreditvolumen spürbar zu reduzieren”
Vorsicht in Zusammenhang mit den Folgen der Irankrise zwingt die Merkur Privatbank KGaA zur Kehrtwende bei der Gewinnverwendung: Statt der im Vorjahr gezahlten 0,50 Euro je Aktie soll der Bilanzgewinn 2025 vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt werden. Begründet wird der Schritt mit wachsenden Unsicherheiten am Immobilienmarkt, steigenden Inflationsrisiken und einer möglichen Zinswende.
„Vor dem Hintergrund des erwartet soliden Jahresauftakts blicken wir angesichts der zunehmenden geopolitischen und konjunkturellen Belastungen vorsichtiger auf den Jahresfortgang in 2026. Während wir im Vermögensmanagement weiter optimistisch sind, trüben steigende Inflationserwartungen und Zinsen die Aussichten für unser Immobilien- und Finanzierungsgeschäft. Als vorsichtige Kaufleute planen wir daher, unser Kreditvolumen spürbar zu reduzieren”, so Marcus Lingel, Vorsitzender der Geschäftsführung und persönlich haftender Gesellschafter der Merkur Privatbank. Die Hauptversammlung stimmt am 15. Juni 2026 unter anderem über den Vorschlag zur Gewinnverwendung ab.
Vermögensmanagement soll weiter wachsen
Dagegen sei ein „respektabler Start” ins neue Jahr gelungen. Im ersten Quartal 2026 fiel das Teilbetriebsergebnis auf 15,3 Millionen Euro, nach 18,7 Millionen Euro im Vorjahr. Der Zinsüberschuss sank auf 26,4 Millionen Euro, nach 27,6 Millionen Euro, während der Provisionsüberschuss dank der Vermögensverwaltung auf 8,9 Millionen Euro zulegte, nach 8,4 Millionen Euro. Personal- und Verwaltungskosten stiegen planmäßig. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit lag bei 7,9 Millionen Euro, nach 8,9 Millionen Euro, der Periodengewinn sank um 8 Prozent auf 2,8 Millionen Euro. Die Assets under Management legten trotz des eingetrübten Umfelds auf 5,1 Milliarden Euro zu, nach 5,0 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 und 4,3 Milliarden Euro zum Vorjahresstichtag. Die Bilanzsumme blieb zum 31. März 2026 mit knapp 4,1 Milliarden Euro nahezu unverändert.
Für 2026 erwartet die Bank anhaltend schwierige Bedingungen. Im Immobilienbereich wird rückläufiges Neugeschäft erwartet, der Zinsüberschuss soll aufgrund restriktiverer Kreditvergabe und Kreditrückführungen unter dem Vorjahresniveau bleiben. Hinzu kommt die Möglichkeit einer spürbar höheren Risikovorsorge durch mögliche Neubewertungen im Immobilienportfolio, die aktuell noch nicht quantifizierbar ist. Stabiler Wachstumspfeiler bleibt das Vermögensmanagement, wo die Bank weiterhin steigende Provisionsüberschüsse erwartet.
Die Merkur Privatbank Aktie notiert bei 15,20 Euro mit 6,75 Prozent im Minus.
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