LPKF: Hype-Aktie verliert nach Zahlen - Verlust steigt, Cashflow verschlechtert
Wer nach dem jüngsten Hype um die LIDE-Technologie bei LPKF Laser auf ein starkes erstes Quartal 2026 gehofft hatte, wurde enttäuscht: je Aktie steigt der Quartalsverlust von 0,18 Euro auf 0,30 Euro. Auch der Free Cashflow sinkt, hier stieg das Minus von 4,4 Millionen Euro auf 7,6 Millionen Euro. LPKF meldete für Q1 2026 einen Umsatz von 17,1 Millionen Euro, nach 25,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, ein Rückgang von 32 Prozent. Das EBIT verschlechterte sich auf minus 6,9 Millionen Euro, nach minus 3,9 Millionen Euro, das bereinigte EBIT auf minus 5,7 Millionen Euro, nach minus 3,4 Millionen Euro. Hauptverantwortlich war das schwache Solargeschäft. Die Aktie reagiert auf Tradegate mit einem Kursminus von rund 12 Prozent.
Der Lichtblick der Quartalsbilanz ist die Auftragslage: Positiv stach bei LPKF Laser der Auftragseingang heraus, der auf 24,1 Millionen Euro zulegte, nach 20,5 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio erreichte 1,4. Nachfrage kam vor allem aus den Segmenten Development und Electronics. Im Development-Bereich wirkten nachgeholte Investitionsentscheidungen nach dem US-Government-Shutdown sowie Nachfrage aus Forschung und Defense. Das Transformationsprogramm North Star hat Unternehmensangaben zufolge im ersten Quartal zu spürbaren Kostensenkungen geführt und kam planmäßig voran. Die Kunststoffschweißproduktion in Fürth wurde geschlossen und an den Standort Suhl verlagert.
Konkrete Gespräche um LIDE-Technologie
Bei der LIDE-Technologie für Advanced Packaging im Halbleiterbereich, die zuletzt den Kurshype bei der Aktie antrieb, laufen nach Unternehmensangaben konkrete Gespräche mit mehreren Kunden zur Bestellung erster Produktionsanlagen. Die Technologie sei bei zahlreichen Halbleiterkunden in Test- und F&E-Umgebungen im Einsatz, so das Unternehmen am Donnerstag. Ob und wann Folgeaufträge in nennenswertem Volumen kommen, hängt dabei nicht von LPKF selbst ab, sondern von der Qualifikation nachgelagerter Prozessschritte bei den Kunden, weshalb potenzielle LIDE-Volumenaufträge in der Jahresprognose ausdrücklich nicht enthalten sind.
Für 2026 erwartet LPKF einen Konzernumsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent. Das Solarsegment bleibt schwierig, langfristig sieht das Unternehmen Chancen durch den Technologiewechsel zu Perowskit-Zellen. Bis 2028 strebt der Vorstand eine nachhaltige zweistellige EBIT-Marge an. Dafür arbeitet man auch weiter an den Kosten: „Um die Kosten weiter zu senken, arbeitet LPKF an weiteren strukturellen Verbesserungen im Konzern, hier steht die Effizienzverbesserung der Abläufe im Vordergrund”, so das Unternehmen.

