Börse am Morgen: Apple, Daimler Truck, Goldman Sachs, Shelly, VW - Nord/LB
In China sind die Erzeugerpreise im März erstmals seit mehr als drei Jahren wieder gestiegen. Der Erzeugerpreisindex legte im Jahresvergleich um 0,5% zu, wie das nationale Statistikamt bekanntgab. Damit endete eine 41 Monate andauernde Phase sinkender Preise. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Anstieg von 0,4% gerechnet. Der Preisauftrieb geht den Daten zufolge auf steigende Importkosten im Zusammenhang mit der Krise im Nahen Osten zurück.
ITK: Der iPhone-Hersteller Apple hat in Q1 2026 trotz eines schrumpfenden Gesamtmarktes seinen Absatz gesteigert und die weltweite Führung bei Smartphone-Auslieferungen übernommen. Apple konnte seinen Smartphone-Absatz von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr um 5% steigern, wie das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research mitteilte. Der weltweite Smartphone-Absatz sei zu Jahresbeginn dagegen um 6% geschrumpft. "Der Rückgang ist v.a. darauf zurückzuführen, dass die Speicherhersteller KI-Rechenzentren ggü. der Unterhaltungselektronik den Vorrang geben", sagte Counterpoint-Analystin Jain. Zudem hätten die Spannungen im Nahen Osten auf die Stimmung der Verbraucher gedrückt.
Wochenausblick
Die kommende Handelswoche steht im Zeichen vom Immobilienmarkt der USA, zu dem verschiedene Indikatoren gemeldet werden. Der NAHB-Wohnungsmarkt-Index ist hierbei ein essenzielles Konjunkturbarometer, welches allerdings weiterhin nicht so richtig vom Fleck kommen dürfte. Die Produzentenpreise werden außerdem einen Einblick darüber geben, wie sich die Preisentwicklung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten darstellt – der Irankonflikt wird die Lieferketten voraussichtlich belastet haben. Die Industrieproduktion des Februars wird darüber hinaus über die wirtschaftliche Entwicklung diesseits des Atlantiks in der Eurozone Auskunft geben. Die US-Investmentbank Goldman Sachs legt heute ihre Zahlen für Q1 vor und eröffnet damit die Bilanzsaison der amerikanischen Großbanken. Analysten rechnen dank florierender Geschäfte im Investmentbanking sowie bei Fusionen und Übernahmen mit höheren Gewinnen. Im Mittelpunkt des Interesses der Investoren dürften jedoch die Prognosen für den weiteren Jahresverlauf stehen.
Aktienmärkte
Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich zum Wochenausklang stabil. Im Fokus der Anleger blieben die Ölpreise sowie die geopolitische Lage im Nahen Osten, mit Hoffnungen auf weitere Verhandlungen. Mit Blick auf die Einzelwerte tat sich wenig, Hingucker: die Shelly Group feierte ein positives SDAX-Debüt. DAX -0,01%; MDAX +1,10%; TecDAX +0,42%. Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran dürfte der DAX zu Wochenbeginn unter Druck geraten.
Die Wall Street hat nach einer starken Woche uneinheitlich geschlossen, nachdem die Waffenruhe im Iran fragil blieb. Aktuelle US-Konjunktur- und Inflationsdaten hatten nur wenig Einfluss auf die Notierungen. Dow Jones -0,56%; S&P 500 -0,11%; Nasdaq Comp. +0,35%.
Unternehmen
VW stellt die Produktion seines Elektro-SUV ID.4 in den USA noch in diesem Monat ein. Der Autobauer begründete den Schritt mit dem dortigen schwierigen Marktumfeld für Elektroautos. Der Absatz des ID.4 war in Q4 2025 im Jahresvergleich um 62% eingebrochen. VW will in seinem Werk im Bundesstaat Tennessee die Produktion stattdessen auf seine absatzstärkeren SUV-Modelle mit Benzinmotor, den Atlas und den Atlas Cross Sport, umstellen.
Der schwächelnde Markt in den USA und weniger verkaufte Busse haben bei Daimler Truck für einen erneuten Absatzrückgang gesorgt. Im Q1 verkaufte der Nutzfahrzeughersteller weltweit 68.849 Lastwagen und Busse, wie das Unternehmen mitteilte. Das war ein Rückgang von 9%.
Rohstoffe
Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran droht heute eine neue militärische Eskalation. Nach dem Scheitern der Friedensgespräche am Wochenende beginnt das US-Zentralkommando nach eigenen Angaben am Montag um 16.00 Uhr mit einer Seeblockade des gesamten Schiffsverkehrs zu und von iranischen Häfen. Die Sorge vor einer direkten Konfrontation trieb die Ölpreise bereits wieder über die Marke von 100 USD. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um rund 8% auf 102,80 USD je Barrel (159 Liter). Schifffahrtsdaten von LSEG und Kpler zufolge meiden Öltanker bereits zunehmend die Region.
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