Rheinmetall Aktie: Langsam müssen die Kaufsignale kommen, sonst wird es kritisch
Ein Ausbruch der Rheinmetall Aktie aus ihrer Konsolidierung nach oben steht weiter auf der Kippe. Seit nunmehr fünf Handelstagen in Folge scheitert die DAX-notierte Rüstungsaktie an einer zentralen charttechnischen Schlüsselzone: Mehrere Ausbruchsversuche wurden an den dicht beieinander liegenden 50- und 200-Tage-Linien knapp unterhalb des Kursbereichs von 1.600 Euro zurückgewiesen. Nach einem Rücksetzern in den letzten Handelstagen bis auf 1.503/1.519 Euro notiert der Titel am Freitagmorgen aktuell vorbörslich bei 1.546,20 Euro.
Der Rückenwind vom Waffenstillstand im Iran-Konflikt, der zur Wochenmitte die Märkte insgesamt stützte, hat damit bisher keine entscheidenden charttechnischen Folgen für den Aktienkurs von Rheinmetall. Aufkommende Aussichten, dass die Straße von Hormus wieder problemlos und zollfrei passierbar wird, könnten für den DAX-Titel wie auch viele andere die Belastung weiter reduzieren. Dennoch bleibt offen, wie nachhaltig der aktuelle „Waffenstillstand” über die kurzfristigen Ölpreisrückgänge hinaus wirkt. Die Instandsetzung der durch den Krieg beschädigten Energieinfrastruktur am Persischen Golf dürfte Zeit in Anspruch nehmen. Ob daraus eine spürbare Entlastung bei den Energiepreisen entsteht – ein wesentlicher Kostenfaktor für Industriekonzerne wie Rheinmetall – ist derzeit unklar.
Diverse Ausbruchsversuche sind misslungen
Aktuell bleibt wie bereits zuletzt im 4investors.de-Chartcheck zur Rheinmetall Aktie skizziert ein Sprung über die 1.600-Euro-Marke und damit über die beiden gleitenden Durchschnitte ein erster wichtiger Schritt in Richtung einer möglichen Trendwende. Gelingt dieser Ausbruch, rückt die bekannte Widerstandszone zwischen 1.640 und 1.665 Euro wieder in den Fokus. Ein Überwinden dieser Hürde könnte den Weg in Richtung 1.750/1.765 Euro ebnen. Weitere Kaufsignale würden anschließend die breite Hochzone zwischen 1.944/1.966 Euro und 2.008 Euro erneut in den Blick rücken, wobei einige Analysten darüber hinausgehende Kursziele sehen.
Der Druck auf den DAX-Titel wächst. Bleibt der Ausbruch nämlich weiterhin aus, besteht weiterhin das Risiko, dass sich die genannte Hochzone der mehrjährigen Rally als Wendepunkt erweist. In diesem Zusammenhang bleibt das bisherige Konsolidierungstief bei 1.410 Euro die zentrale Unterstützung, falls 1.503/1.519 Euro unterschritten werden. Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke würde die Topbildungsformation bestätigen und könnte den Aktienkurs deutlich unter Druck setzen. In einem solchen Szenario wären Rücksetzer in Richtung 1.322/1.336 Euro sowie zur Marke von 1.200 Euro und darunter denkbar.
Bei den technischen Indikatoren zeigt sich derzeit kein überzeugendes bullishes Setup – eher im Gegenteil: Der Chaikin Money Flow verharrt klar im negativen Bereich und signalisiert anhaltenden Verkaufsdruck. Vom RSI gehen keine markanten Impulse aus, während der Stochastic RSI zwar hohe Niveaus erreicht hat, bislang jedoch kein kurzfristiges Verkaufssignal generiert. Die Entwicklungen am Persischen Golf liefern aktuell zwar Unterstützung, ob daraus jedoch eine nachhaltige Trendwende entsteht, bleibt abzuwarten.
Charttechnische Daten zur Rheinmetall Aktie
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Letzter Aktienkurs | 1.550,20 Euro (Börse: XETRA) |
| 52 Wochen Tief / Hoch | 1.238,60 Euro / 2.008,00 Euro |
| Bollinger-Bands 20 (unten / oben) | 1.384,70 Euro / 1.665,60 Euro |
| EMA 20 | 1.525,20 Euro |
| EMA 50 | 1.592,40 Euro |
| EMA 200 | 1.598,40 Euro |
Weitere aktuelle 4investors.de-Chartchecks und Trading-Tipps finden Sie auf unserer Themenseite Chartanalysen.
