Afyren übernimmt Bioraffinerie vollständig – Produktion soll deutlich steigen
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Afyren einen Umsatz von 2,3 Millionen Euro, nach 2,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Rückgang ist technischer Natur: 2024 enthielt noch Lizenzeinnahmen aus der Industrialisierungsphase, die seither entfallen. Der Nettoverlust weitete sich von 9,8 Millionen Euro auf 14,4 Millionen Euro aus, maßgeblich getrieben durch den anteiligen Verlust der Tochtergesellschaft AFYREN NEOXY in Höhe von 8,8 Millionen Euro. Die Liquidität lag zum 31. Dezember 2025 bei 35,2 Millionen Euro, gestützt durch eine Kapitalerhöhung von 23 Millionen Euro im November 2025 mit den Investoren Kemin Industries und Bpifrance.
Die Zahlen für 2025 hatte das französische Unternehmen bereits vor den Ostertagen gemeldet. Eine charttechnische Unterstützung bei 2,51 Euro konnte im Anschluss am 31. März deutlich bestätigt werden. Aktuell notiert die Afyren Aktie bei 2,605 Euro mit 0,57 Prozent im Minus.
Die vollständige Übernahme der bislang als Joint Venture geführten Bioraffinerie AFYREN NEOXY markiert den zweiten zentralen Vorgang des Berichtsjahres. Afyren erwarb die verbleibende 49-Prozent-Beteiligung des Mitgesellschafters SPI (Bpifrance) für 11,3 Millionen Euro in bar, was einem impliziten Unternehmenswert für NEOXY von 79 Millionen Euro entspricht. Die Anlage produzierte 2025 rund 400 Tonnen biobasierte Säuren und erzielte damit einen Gesamtumsatz von rund einer Million Euro, davon 0,5 Millionen Euro bis Jahresende fakturiert.
2026 hat sich Afyren eine deutliche Steigerung der Produktionsrate bei AFYREN NEOXY zum Ziel gesetzt, wobei zwei geplante technische Stillstände im Juni sowie im vierten Quartal die verfügbare Kapazität zeitweise einschränken werden. Rund zwei Drittel des Investitionsplans von insgesamt 20 Millionen Euro für den Zeitraum 2025 bis 2027 entfallen auf 2026, ein Drittel auf 2027. Nach Abschluss dieser Investitionsphase soll zunächst die Gewinnschwelle auf Werksebene, danach auf Konzernebene erreicht werden. Den EBITDA-Break-even auf Konzernebene erwartet das Unternehmen ab 2028, verbunden mit der finalen Investitionsentscheidung für ein zweites Werk, dessen Inbetriebnahme für 2030 angepeilt wird. Zwei Projekte befinden sich in fortgeschrittener Entwicklung: eines in Frankreich mit 24.000 Tonnen Jahreskapazität, eines in Thailand mit 28.000 Tonnen.
