Viscom will operativ wieder schwarze Zahlen schreiben
2025 sinkt der Umsatz bei Viscom um 2,8 Prozent auf 81,7 Millionen Euro. Der Auftragseingang legt um 8 Prozent auf 80,98 Millionen Euro zu. Erwartet wurde in beiden Fällen ein Wert von 80 Millionen Euro bis 90 Millionen Euro. In einem Investorencall von mwb research macht COO Carsten Salewski deutlich, dass man mit diesen Zahlen nicht zufrieden sein kann, obwohl das untere Ende der Prognosespanne erreicht wurde. Er betont aber zugleich, dass das Geschäftsmodell auf einer soliden Basis stehe.
Das EBIT verbessert sich von -11,81 Millionen Euro auf -1,81 Millionen Euro. Allerdings wird die Prognose von +1,6 Millionen Euro bis +4,5 Millionen Euro klar verfehlt. Hier spielen Wertberichtigungen und Währungsschwankungen eine wichtige Rolle, die das Ergebnis mit rund 1,55 Millionen Euro belastet haben. Der Verlust geht von 9,6 Millionen Euro auf 5,6 Millionen Euro zurück. Finanzvorstand Dirk Schwingel spricht von einem unbefriedigenden Ergebnis.
COO Salewski betont vor Investoren in dem ausführlichen Call die positive Entwicklung in Asien im vergangenen Jahr. Man hat eine Reihe von Neukunden gewinnen können, dabei handelt es sich vor allem um Zulieferer für chinesische Autohersteller. Deutlich gespürt hat das Unternehmen aus Hannover die Belastung der US-Zölle. Auch die schwache Konjunktur in Frankreich hat Auswirkungen auf die Geschäfte gehabt.
Viscom ist im Bereich automatische optische und röntgentechnische Inspektionssysteme in der Elektroindustrie aktiv. Die Gesellschaft bezeichnet das derzeitige Marktumfeld als anspruchsvoll und von Veränderungen geprägt. In wesentlichen Absatzmärkten, siehe Amerika und Frankreich, war zuletzt eine Nachfrageschwäche spürbar. Das gilt vor allem für den Bereich der Autoindustrie aber auch bei der Batterieinspektion.
Prognose für 2026 – Operativ wieder im Plus
Für 2026 setzt Viscom auf Wachstum, vor allem die Profitabilität soll gesteigert werden. Auftragseingang und Umsatz werden erneut im Bereich von 80 Millionen Euro bis 90 Millionen Euro gesehen. Das EBIT soll zwischen 1,6 Millionen Euro und 4,5 Millionen Euro liegen – im positiven Bereich. Hier wird exakt die Prognose von 2025 wiederholt. Daraus soll eine Marge von 2 Prozent bis 5 Prozent (2025: -2,2 Prozent) resultieren.
Unsicherheiten existieren aufgrund des Konflikts im Mittleren Osten, daher ist der Ausblick, so die Unternehmenslenker, eher verhalten. Zudem ist der Auftragsbestand am Jahresanfang mit 19 Millionen Euro nicht sonderlich hoch. Der Vorstand zeigt sich aber zuversichtlich, die Prognose zu erreichen und betont in diesem Zusammenhang, dass man ein konservativ agierendes Unternehmen sei.
Indien als Hoffnungsträger
Impulse kann es bei Viscom durch neue Geschäftsfelder geben. Hier werden die Mikroelektronik, Anwendungen bei der Datenverarbeitung, die KI, Rechenzentren oder auch Backends bei Halbleitertechnologien genannt. Auch im schwächelnden Batteriegeschäft sieht Salewski Chancen. Nicht zuletzt setzt der Manager auf Indien. Dort steht man noch recht am Anfang, die Entwicklung gibt aber Anlass zur Hoffnung, zudem indische Auftraggeber laut seinen Aussagen nicht sonderlich gerne chinesische Gesellschaften beauftragen. Bei all dem kann das jüngst abgeschlossene Handelsabkommen mit der EU hilfreich sein.
Positive Anzeichen erkennt Salewski ferner in den USA. Dort steigt die Investitionsbereitschaft wieder an, das war zuletzt auf einer großen Messe zu spüren. Die Nachfrage kommt dabei verstärkt aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.
Von den Analysten von mwb research kommt nach der Präsentation der Manager die Bestätigung der Kaufempfehlung für den Titel. Das Kursziel sehen die Analysten weiter bei 5,00 Euro. Sie rechnen 2026 mit einem Umsatz von 85,0 Millionen Euro und einer Marge von 3,5 Prozent. Ihre Schätzungen für 2027 belaufen sich auf 97,7 Millionen Euro bzw. 6,0 Prozent.
Die Aktien von Viscom (WKN: 784686, ISIN: DE0007846867, Chart, News) notieren auf Tradegate am Donnerstagmorgen aktuell bei 3,80 Euro. In den vergangenen sechs Monaten hat die Aktie 17 Prozent verloren. Blickt man zwölf Monate zurück, zeigt sich ein Plus von 16 Prozent.
