Börse am Morgen: Daimler Truck, Nike, Toyota, Unilever, Iran-Krieg - Nord/LB Marktbericht
Der Einzelhandelsumsatz in Deutschland ist im Februar 2026 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber Januar kalender- und saisonbereinigt real um 0,6% und nominal um 0,7% gesunken. Im Jahresvergleich legten die Umsätze real um 0,7% und nominal um 1,6% zu. Für Januar 2026 wurde der zuvor gemeldete Rückgang nach unten revidiert: real auf ?1,1 % und nominal auf ?0,1 % (vorl. -0,9% bzw. 0,0%).
Die Frühjahrsbelebung am deutschen Arbeitsmarkt fällt schwach aus. Zwar sank die Zahl der Arbeitslosen im März um 49.000 auf 3,021?Mio., lag damit aber um 54.000 über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote ging leicht um 0,1 Punkte auf 6,4% zurück, saisonbereinigt stagnierte sie. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) spricht von fehlendem Schwung.
Die Inflation im Euroraum ist im März infolge des Nahost-Kriegs deutlich gestiegen. Die Preise legten laut Eurostat um 2,5% zum Vorjahr zu, nach 1,9% im Februar. Damit steigt der Druck auf die Notenbank über eine Zinserhöhung nachzudenken. Treiber sind vor allem stark gestiegene Ölpreise, die auch in Deutschland die Inflation auf 2,7% und damit den höchsten Stand seit Anfang 2024 gehoben haben. Die EZB will die Lage zunächst beobachten, hält sich aber ein Eingreifen offen.
Tagesausblick
Heute stehen einige spannende Indikatoren auf dem Programm, vor allem US-seitig sind dabei Impulse zu erwarten. Die Einzelhandelsumsätze werden Aufschluss darüber geben, wie die Konjunktur im Februar aussah. Vor allem die Einkaufsmanagerbefragung aus der Industrie wird jedoch von Interesse sein, denn hierbei dürfte der Iran-Konflikt eine große Rolle spielen. Wir gehen zunächst von einer Abschwächung aus, auch wenn sie möglicherweise nicht allzu ausgeprägt sein wird. Vor allem die Rückmeldungen aus den u.a. Rohöl repräsentierenden Unternehmen werden besonders spannend.
Renten- und Aktienmärkte
An den Anleihemärkten sorgte am Dienstag die Hoffnung auf Verhandlungserfolge zwischen den USA und dem Iran für gute Laune. Die Kursanstiege vom Montag setzten sich fort.
Die europäischen Aktienmärkte profitierten gestern von Spekulationen auf ein nahendes Ende des Nahost-Konfliktes. US-Präsident Trump wurde zuvor mit der Aussage zitiert, er sei bereit, die Militärkampagne gegen den Iran zu beenden. Die Operation zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus wolle er jedoch verschieben.
Die Wall Street wurde zusätzlich von einem überraschend angestiegenden Verbrauchervertrauen beflügelt. Das Barometer stieg im März um 0,6 Zähler auf 91,6 Punkte, wohingegen Ökonomen im Schnitt nur mit 88,0 Punkten gerechnet hatten.
DAX +0,52%; MDAX +1,26%; TecDAX +1,10%; Dow Jones +2,49%; S&P 500 +2,91%; Nasdaq Comp. +3,83%.
Unternehmen
Unilever spaltet sein Lebensmittelgeschäft ab und fusioniert es mit dem US-Gewürzhersteller McCormick zu einem rund USD 65?Mrd. schweren Konzern. Unilever erhält USD 15,7?Mrd. in bar sowie 65% an dem neuen Unternehmen. Die Transaktion ist als steuerbegünstigter „Reverse Morris Trust“ geplant, Unilever fokussiert sich künftig auf Haushalts- und Körperpflegeprodukte.
Toyota will sich am Brennstoffzellen-Joint-Venture cellcentric von Daimler Truck und Volvo beteiligen. Die drei Unternehmen unterzeichneten eine unverbindliche Absichtserklärung, um Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen für schwere Nutzfahrzeuge zu beschleunigen. Toyota soll als gleichberechtigter Partner einsteigen; eine endgültige Vereinbarung steht noch aus und bedarf behördlicher Genehmigungen.
Nike kommt weiter nicht vom Fleck und gerät wegen hoher US?Einfuhrzölle zusätzlich unter Druck. In Q3 2025/26 stagnierte der Umsatz bei knapp USD 11,3 Mrd. Besonders schwach blieb China mit einem währungsbereinigten Minus von 10%, während Rückgänge in Europa und Asien nur teilweise durch Zuwächse im Heimatmarkt ausgeglichen wurden. Auch für das laufende Quartal wird keine Besserung erwartet: Prognostiziert ist ein Umsatzrückgang von 4%. Die Aktie verlor nachbörslich 8,5%.
Devisen und Rohstoffe
Der Kurs des EUR profitierte von der guten Stimmung an den Finanzmärkten und konnte sich im US-Handel über der Marke von USD 1,15 etablieren. Im frühen europäischen Handel war er noch auf bis zu USD 1,145 gesunken.
Die Ölpreise legten nach Trumps Aussage nur eine kurze Verschnaufpause ein und stiegen dann weiter, da die Öffnung der Straße von Hormus wohl länger dauern könnte.
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