Inflation in Deutschland klettert auf 2,7 Prozent, jedoch keine Notwendigkeit für schnelle geldpolitische Reaktionen - DWS
Der Anstieg der Energiepreise hinterlässt erhebliche Spuren in den Lebenshaltungskosten in Deutschland. So kletterte die Inflationsrate im März auf 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar. Haupttreiber waren die Energiepreise, die sich im Jahresvergleich um 7,2 Prozent erhöhten. Besonders Kraftstoffe legten im Monatsvergleich um 15,9 Prozent zu, wie das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen berichtete. Dagegen verlangsamte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln weiter. Auch die Kernrate blieb unverändert bei 2,5 Prozent im März.
Im April dürfte es zu einem weiteren Anstieg der Lebenshaltungskosten in Deutschland kommen. Zwar gibt es aktuell eine gewisse Entlastung bei den Benzin- und Dieselpreisen, doch angesichts der Unsicherheit über den weiteren Kriegsverlauf im Nahen Osten erscheint es fraglich, ob dies anhält. Mit Beginn der Reisesaison dürften zudem Flugtickets und Pauschalreisen teurer werden. Zudem könnten viele Unternehmen die Gunst der Stunde nutzen, um ihre höheren Kosten an die Verbraucher weiterzugeben. Daher ist ein Anstieg der deutschen Inflationsrate über die Marke von 3,0 Prozent bereits im April nicht auszuschließen. Die heutigen Inflationszahlen bedeuten für die Europäische Zentralbank Wachsamkeit im Hinblick auf mögliche Zweitrundeneffekte, jedoch keine Notwendigkeit für schnelle geldpolitische Reaktionen. Eine abwartende Haltung erscheint uns als die beste Option.
Ulrike Kastens, Senior Economist
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