Scout24: „Solid as a rock“
Die Aktien von Scout24 haben in den vergangenen sechs Monaten rund 37 Prozent nachgegeben. Blickt man auf die 52-Wochen Spanne, so reicht der Kurs von 63,90 Euro bis 122,80 Euro. Die Sorgen des Marktes um die KI-Problematik mancher Unternehmen haben demnach auch Scout24 erfasst.
An den Zahlen kann die Kursmisere kaum liegen. 2025 verbesserte Scout24 den Umsatz um rund 15 Prozent auf 650 Millionen Euro. Das EBITDA ging um 16,5 Prozent auf 406 Millionen Euro nach oben. Netto wurden 240 Millionen Euro verdient, ein Plus von 50 Prozent. Hier muss jedoch auch ein positiver Einmaleffekt aus der Neubewertung latenter Steuern über 43 Millionen Euro berücksichtigt werden.
2026 soll sich die positive Dynamik fortsetzen. Erwartet wird ein Umsatzplus von 16 Prozent bis 18 Prozent. Die EBITDA-Marge soll bei bis zu 64 Prozent liegen. Wie Filip Lindvall, IR Chef von Scout24, auf einer mwb inspired Veranstaltung in Frankfurt vor Investoren betont, ist Scout24 seit 1998 in jedem Jahr gewachsen. Er nennt die Gesellschaft daher auch „solid as a rock“.
Der Gewinn je Aktie ist in den vergangenen Jahren stets um 15 Prozent bis 20 Prozent gestiegen. Dies sind für Lindvall auch realistische Werte für die Zukunft. 30 Prozent bis 50 Prozent des Gewinns gehen als Dividende an die Aktionäre. Für 2024 gab es eine Ausschüttung von 1,32 Euro je Aktie. Basierend auf den aktuellen Kursen entspricht dies einer Rendite von rund 2 Prozent.
Wie die Dividende der Berliner für 2025 aussehen wird, ist noch nicht klar. Da der Gewinn zugelegt hat, dürfte aber auch die Dividende ansteigen.
Aktienrückkaufprogramm kann intensiviert werden
Positiv für Aktionäre ist zudem das Aktienrückkaufprogramm von Scout24. Im Dezember hat man ein Programm im Volumen von 500 Millionen Euro verkündet. Davon wurden bisher 60 Millionen Euro umgesetzt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Scout24 das Programm aufgrund der aktuell niedrigen Kurse beschleunigt.
Vor der Technologie-Transformation durch KI hat Lindvall keine Angst. Vielmehr glaubt er, dass diese Scout24 stärken werde. KI ist demnach schon seit zwei Jahren ein Thema bei Scout24. Man bietet Maklern an, ihre Videos damit zu machen, Bilder können so optimiert werden. Endverbraucher können den KI-Chatassistenten nutzen. Letztlich dürfte die KI die Zahl der Arbeitsplätze in den kommenden Jahren reduzieren. Aktuell arbeiten 1.300 Personen für den DAX-Konzern.
Mitte Mai wird Scout24 einen Kapitalmarkttag organisieren. Dort dürfte es eine Reihe von interessanten Neuigkeiten geben. So wird man sich zu den neuen, höheren mittelfristigen Margenzielen äußern. Auch die Akquisitionsstrategie könnte dann ein Thema sein. Scout24 will kleinere Gesellschaften in Deutschland erwerben, wenn diese die eigene Strategie stärken. Zuletzt hat Scout24 in 2023 und 2024 zwei Akquisitionen (Sprengnetter und bulwiengesa) in Deutschland getätigt und 2025 eine größere Plattform in Spanien (Fotocasa and Habitaclia) übernommen. Und sicherlich wird auch die Künstliche Intelligenz auf dem Kapitalmarkttag ihren Platz einnehmen.
Analysten zeigen sich bei der Aktie von Scout24 positiv. Die Analysten von mwb research sprechen eine Kaufempfehlung für den Titel aus. Das Kursziel liegt bei 129,00 Euro. Auch von Jefferies gibt es ein Kaufvotum. Hier beläuft sich das Kursziel auf 103,50 Euro. Bei den Experten der UBS liegt das Kursziel bei 102,00 Euro und wird mit einem Kaufrating verknüpft. Ebenfalls ein „Kaufen“ mit einem Kursziel von 126,00 Euro kommt von den Experten der Deutschen Bank.
Die Aktien von Scout24 (WKN: A12DM8, ISIN: DE000A12DM80, Chart, News) verlieren zum Wochenende 2,1 Prozent auf 64,85 Euro.
