UniCredit startet „Übernahmeangebot” für Commerzbank - Aktientausch sorgt für wenig Begeisterung
Die italienische Großbank UniCredit hat den Commerzbank-Aktionären ein freiwilliges Tauschangebot unterbreitet. Als voraussichtliche Gegenleistung sind 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie vorgesehen – die endgültige Mindestgegenleistung wird von der BaFin festgelegt. UniCredit hält bereits rund 26 Prozent der Commerzbank-Anteile direkt sowie weitere knapp 4 Prozent über Total Return Swaps, bleibt mit seiner Beteiligung bisher aber unterhalb der wichtigen 30-Prozent-Schwelle. Das Grundkapital der Commerzbank umfasst rund 1,127 Milliarden Aktien.
Für die Umsetzung des Tauschangebots ist eine Kapitalerhöhung bei UniCredit erforderlich. Eine außerordentliche Hauptversammlung soll dazu spätestens am 4. Mai 2026 einberufen werden. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt kartell- und investitionskontrollrechtlicher Freigaben sowie der Zustimmung der Europäischen Zentralbank und der BaFin. Die genauen Angebotsbedingungen werden in der noch zu veröffentlichenden Angebotsunterlage spezifiziert.
Dass das Angebot des Aktientausches große Begeisterung bei Investoren auslöst, ist angesichts der Konditionen aber unwahrscheinlich. Am Markt wird die Offerte als strategisch guter Schachzug des italienischen Finanzriesen im seit längerem andauernden Übernahmepoker bewertet, der den deutschen Bankkonzern zu Verhandlungen bringen könnte. UniCredit nutzt dabei die zuletzt schwächeren Commerzbank-Kurse aus. Nach einem zwischenzeitlichen Kurssprung im heutigen Handel auf 32,35 Euro notiert der Aktienkurs des DAX-Konzerns wieder deutlich unter Tageshoch. Für die Commerzbank Aktie werden aktuell 30,84 Euro gezahlt, ein Plus von 4,12 Prozent. 2025 hatte der Titel in der Spitze mehr als 38 Euro erreicht.
