Börse am Morgen: Nemetschek, Adobe, Meta, Ölpreis - Nord/LB Marktbericht
Die Großhandelspreise in Deutschland lagen im Februar 2026 um 1,2% über dem Vorjahresniveau und damit unverändert so hoch wie bereits im Januar und Dezember. Gegenüber Januar 2026 stiegen sie um 0,6%, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte notierten im Januar 2026 um 10,1% unter dem Vorjahresniveau und setzten damit den Abwärtstrend fort. Gegenüber Dezember sanken sie um 2,3%. Während pflanzliche Erzeugnisse im Jahresvergleich um 11,9% günstiger waren, verbilligten sich Tiere und tierische Produkte um 8,9%. Besonders stark fielen erneut die Preise für Speisekartoffeln, die 49,8% unter dem Vorjahreswert lagen, im Monatsvergleich aber leicht (+1,7%) anzogen.
Die saisonbereinigte Industrieproduktion ist im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 sowohl im Euroraum (?1,5%) als auch in der EU (?1,6%) deutlich gesunken, nachdem sie bereits im Dezember rückläufig war. Im Jahresvergleich lag die Produktion im Euroraum um 1,2% und in der EU um 0,6% unter dem Niveau von Januar 2025.
Der Haushaltsstreit in den USA hat das Wachstum zum Jahresende deutlich stärker gedämpft als erwartet. Das BIP stieg in Q4 2025 hochgerechnet nur um 0,7% statt zuvor geschätzter 1,4%, nach 4,4% in Q3. Hauptgrund war der 43?tägige Shutdown, der laut Fed rund einen Prozentpunkt Wachstum kostete. Insgesamt wuchs die US-Wirtschaft 2025 um 2,2%, nach 2,8% im Jahr 2024. Bei der Inflation in den USA zeigte sich dagegen zuletzt eine leichte Entspannung. Der an den Konsumgewohnheiten orientierte PCE?Index stieg im Januar im Jahresvergleich um 2,8% und damit etwas weniger als im Dezember (2,9%).
Der Klimaschutz in Deutschland kam 2025 kaum voran: Die CO??Emissionen sanken laut Bundesumweltministerium nur um 0,1% auf rund 649 Mio. Tonnen. Seit 1990 entspricht das zwar einem Minus von 48%, das Ziel einer Reduktion um 65% bis 2030 erfordert jedoch zusätzliche Maßnahmen, die Umweltminister Schneider am 25. März dem Kabinett präsentieren will.
Wochenausblick
Die März-Befragungsrunde des ZEW wird am Dienstag ein aktualisiertes Bild der Stimmung an den Finanzmärkten liefern. Die jüngsten Sentix-Daten deuten vor dem Hintergrund der Entwicklungen am Persischen Golf (im Grunde wenig überraschend) bereits einen Stimmungseinbruch unter Investoren an. Danach rücken die zahlreichen geldpolitischen Termine in den Vordergrund. Die Märkte blicken auf die Fed-Sitzung sowie die Entscheidungen der Bank of Japan, der Schweizerischen Nationalbank, der Bank of England und der EZB. Aufgrund der außerordentlich hohen Unsicherheit am aktuellen Rand wird allerdings übereilter Aktionismus derzeit wohl noch nicht viel Raum greifen können. Vielmehr werden Beobachter deshalb den verbalen Äußerungen der Notenbanker samt den Einschätzungen zu den neuerlichen Inflationsrisiken sehr genau folgen.
Aktienmärkte
Zum Wochenschluss überwogen an den europäischen Aktienmärkten die Sorgen vor einem länger andauerndem Krieg im Nahen Osten und damit verbunden vor einer energiepreisbedingt steigenden Inflation. Entsprechend notierten die wichtigsten Indizes mit Verlusten. DAX -0,60%; MDAX -1,45%; TecDAX -0,14%.
Auch die Wall Street schloss nach Druck von den Ölpreisen etwas schwächer. Darüber hinaus kam es bei Adobe nach einem angekündigten Führungswechsel sowie bei Meta nach Verzögerungen bei einem neuen KI-Modell zu Belastungen. Dow Jones -0,26%; S&P 500 -0,61%; Nasdaq Comp. -0,93%.
Unternehmen
Der Bau? und Architektursoftwareanbieter Nemetschek will die Dividende für das vergangene Jahr deutlich von EUR 0,55 auf EUR 0,68 je Aktie anheben, die 13. Erhöhung in Folge. Die Ausschüttungssumme steigt damit auf EUR 78,5 Mio. Nach vorläufigen Zahlen legte der Umsatz 2025 um 20% auf EUR 1,19 Mrd. zu, während das währungsbereinigte EBITDA um 29% auf EUR 371 Mio. kletterte. Die EBITDA?Marge verbesserte sich auf 31,2%.
Devisen und Rphstoffe
Die Rohölpreise bestimmen weiter das Marktgeschehen. In Asien sind diese heute morgen erneut mit deutlichen Aufschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Brent lag hier bei USD 105,90 je Fass und WTI bei USD 101,00.
Unterdessen verbilligten sich Edelmetalle und der USD zeigte weiter Stärke.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
