Gerresheimer: Der Druck nimmt zu
Gerresheimer wird es nicht schaffen, den Geschäftsbericht 2025 wie geplant bis Ende März zu publizieren. Das teilt die Gesellschaft am Abend mit. Vermutlich im Juni soll die Publikation nun erfolgen. Es gibt weitere Untersuchungen hinsichtlich Geschäftstransaktionen in 2024 und 2025, diese könnten sich auf die Erstellung des Berichts auswirken.
Damit setzen sich die Unsicherheiten rund um Gerresheimer fort. Der Druck auf die Unternehmensführung nimmt zu. Auch der durch die Verzögerung zu erwartende Abschied aus dem SDAX dürfte den Druck auf die Aktie weiter erhöhen. Fonds und ETF, die den SDAX abbilden, müssten in einem solchen Fall entsprechend reagieren.
Es gibt zudem weitere Verzögerungen bei der Finanzberichterstattung. Die Zahlen zum ersten Quartal werden nicht wie zuvor kommuniziert am 16. April veröffentlicht werden. Die Hauptversammlung am 3. Juni muss ebenfalls verschoben werden. All dies erschwert die Bewertung der Aktie.
Gerresheimer ist derzeit mit Kreditgebern im Gespräch. Auch dort gibt es offenbar eine Deadline zur Publikation der Berichte. Hier wird eine Verlängerung angestrebt. Unklar ist bisher, ob durch die Untersuchungen letztlich Dinge ans Tageslicht kommen, die zu einem Bruch der Kreditbedingungen führen könnten. Das würde den Druck auf Gerresheimer noch weiter erhöhen.
Die Analysten von mwb research bleiben bei ihrer Verkaufsempfehlung für die Aktien von Gerresheimer. Das Kursziel steht unverändert bei 12,50 Euro.
Ein nachhaltiger Turnaround ist für die Analysten derzeit nicht in Sicht. Viele dürften sich vielmehr fragen, was als nächstes bei Gerresheimer ans Licht kommen könnte.
Die Experten rechnen für 2026 mit einem Gewinn je Aktie von 1,12 Euro. 2027 sollen es 1,33 Euro sein.
Die Aktien von Gerresheimer (WKN: A0LD6E, ISIN: DE000A0LD6E6, Chart, News) verlieren 5,4 Prozent auf 18,72 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten kommt die Aktie auf ein Minus von 76 Prozent.
