BayWa muss Sanierungsplan anpassen – Tochter BayWa r.e. macht Probleme
Das Sanierungskonzept der BayWa AG muss grundlegend überarbeitet werden. Auslöser ist eine deutlich schlechtere Mittelfristplanung der Tochter BayWa r.e. AG, an der BayWa zu 51 Prozent beteiligt ist. Das ursprüngliche Sanierungskonzept kalkulierte mit Verkaufserlösen von rund 1,7 Milliarden Euro aus der Veräußerung der BayWa r.e.-Beteiligung, basierend auf einem EBITDA-Ziel von 230 Millionen Euro für 2028. Die neue Planung weist für 2028 ein signifikant niedrigeres EBITDA aus – das zudem unter dem für 2027 geplanten Wert liegt. Für 2030 werden lediglich 150 Millionen Euro EBITDA in Aussicht gestellt, noch ohne weitere Gegenmaßnahmen.
BayWa verhandelt derzeit mit Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung, die bis in den Herbst 2026 reichen soll und Zeit für eine Neustrukturierung des Sanierungskonzepts verschaffen soll. Parallel laufen Gespräche über zusätzliche Sanierungsmaßnahmen aller Beteiligten.
Bilanzvorlage verzögert sich
Das operative Kerngeschäft der BayWa AG sowie geplante Zuflüsse aus Beteiligungsverkäufen laufen nach Unternehmensangaben vom Mittwoch planmäßig. Für die Liquidität entstünden aus der schwächeren BayWa r.e.-Planung keine unmittelbaren negativen Effekte, da bis zur Veräußerung keine wesentlichen Geldflüsse zwischen beiden Gesellschaften geplant seien.
Die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025 verzögert sich voraussichtlich deutlich, möglicherweise bis ins vierte Quartal 2026. BayWa r.e. plant zudem eine Verlängerung der eigenen Restrukturierungsphase sowie weitere Gegenmaßnahmen, die in der aktuellen Planung noch nicht berücksichtigt sind. Man sei „weiterhin zuversichtlich, dass es gelingen wird, die BayWa AG erfolgreich zu sanieren”.
Die BayWa Aktie notiert bei 2,945 Euro mit 3,13 Prozent im Minus.
