Dürr: Ein herausforderndes Jahr
Bei Dürr sinkt der Umsatz 2025 um 4,6 Prozent auf 4,48 Milliarden Euro. Damit ist CEO Jochen Weyrauch nicht ganz zufrieden, er bezeichnet die Daten in einer Telefonkonferenz aber als solide. Der Gewinn steigt von 102,1 Millionen Euro auf 206,4 Millionen Euro an. Damit hat man die eigenen Erwartungen klar erfüllt bzw. übertroffen. Die Nettoverschuldung geht von 396 Millionen Euro auf 66 Millionen Euro zurück.
Zur Dividende gibt es bisher keine Aussagen, hier hält man sich noch bedeckt. Eigentlich will man 30 Prozent bis 40 Prozent des Gewinns ausschütten. Bei Sondersituationen kann man von dieser Politik jedoch abweichen. Am 26. März wird es den Geschäftsbericht geben. Dann soll auch über die Dividende informiert werden.
Dürr-CEO Jochen Weyrauch spricht von einem insgesamt herausfordernden Jahr. Gründe sieht er in den Zollkonflikten sowie in den weltpolitischen Spannungen. Diese haben die Investitionsbereitschaften von Kunden gebremst.
Weite Prognose für 2026
2026 soll es einen Umsatz von 3,9 Milliarden Euro bis 4,3 Milliarden Euro geben. Der Umsatz aus den fortgeführten Bereichen betrug 2025 4,168 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten soll bei 5,0 Prozent bis 6,5 Prozent auskommen. 2025 gab es eine Marge von 5,6 Prozent.
Damit diese Prognose Realität wird, darf es jedoch keine anhaltenden Marktverwerfungen durch den Krieg im Mittleren Osten geben. Der CEO rechnet insgesamt mit einem weiter herausfordernden Jahr, auch aufgrund der fragilen politischen Situation. Große Akquisitionen wird es 2026 vermutlich nicht geben. Vielmehr arbeitet man an der Kostenstruktur. Für die Folgejahre will man Zukäufe jedoch nicht ausschließen, wie während der Telefonkonferenz zu hören ist.
Für das laufende Jahr prognostiziert Dürr einen Auftragseingang von 3,8 Milliarden Euro bis 4,2 Milliarden Euro. 2025 waren es 3,895 Milliarden Euro. Die Analysten von Bernstein sind über die Prognose beim Auftragseingang etwas enttäuscht. Sie bestätigen jedoch das Rating „outperform“ für die Aktien von Dürr. Das Kursziel sehen sie weiter bei 39,00 Euro.
Von den Experten von Baader gibt es weiter eine Kaufempfehlung für die Dürr-Papiere. Hier liegt das Kursziel bei 34,00 Euro. Die Experten verweisen auf die Unsicherheiten beim Ausblick aufgrund der geopolitischen Risiken.
Dürr macht deutlich, dass man ab 2027 wieder auf verstärktes Wachstum setzt. Die Transformation sei abgeschlossen, man habe sich zu einem schlanken Automatisierungskonzern entwickelt. Allerdings sollen die Umsatzziele für 2030 überprüft werden. Eigentlich will man den Umsatz bis dahin auf mehr als 6 Milliarden Euro steigern.
Die Aktien von Dürr (WKN: 556520, ISIN: DE0005565204, Chart, News) geben 4,6 Prozent auf 21,65 Euro nach. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie 18 Prozent verloren.
