TKMS: Iran-Krieg kein nachhaltiger Impuls, Substanz erst langfristig
Der Nahost-Konflikt verleiht der TKMS Aktie nach Einschätzung der Analysten von mwb research kurzfristig Rückenwind, ändert aber nichts am langfristigen Charakter der Investitionsthese. Die regionalen Verteidigungsbudgets lägen deutlich unter westlichem Niveau, die aktuelle Nachfrage konzentriere sich auf Drohnen, Raketen und Luftverteidigung – nicht auf Neubauten von Booten und Schiffen für die jeweiligen Seestreitkräfte.
Mittelfristig sieht mwb research jedoch strukturelles Potenzial: Konventionelle U-Boote seien weltweit knapp, lokale Kapazitäten in der MENA-Region fehlten. Die klarste operative Verknüpfung in die Region liefert eine neue Vereinbarung zur Komponentenfertigung zwischen TKMS, Elbit und dem israelischen Verteidigungsministerium, die das Lifecycle-Geschäft stärke und weitere U-Boot-Bestellungen der Dakar-Klasse in den 2030er Jahren offenhalte. Saudi-Arabien gilt als größter Upside-Hebel, befinde sich aber noch in einem frühen Stadium.
Bernstein Research teilt die verhaltene Kurzfristeinschätzung und belässt TKMS bei „Market-Perform” mit Kursziel 83 Euro. Solche Konflikte wie aktuell im Iran lieferten Rüstungswerten nach Meinung der Aktienexperten erfahrungsgemäß nur vorübergehenden Auftrieb, unterstrichen global aber den strukturellen Sicherheitsbedarf. Wie lange die aktuellen Angriffe andaueren, sei offen – das militärische Kräfteverhältnis zwischen USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite spreche eher für einen kurzen Konflikt.
Die TKMS Aktie notiert bei 91,70 Euro mit 3,73 Prozent im Minus.
