Börse am Morgen: BASF, Holcim, Ölpreis, Iran, Konjunkturdaten - Nord/LB Marktbericht
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bleibt trotz eines leichten Rückgangs über der Marke von 3 Mio. Die Bundesagentur für Arbeit registrierte im Februar 3,07 Mio. Menschen ohne Job. Das waren 15.000 weniger als im Januar, aber 81.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Pkt. auf 6,5%. Trotz der im vergangenen Jahr erneut kräftig gestiegenen Reallöhne liegt die Kaufkraft der deutschen Arbeitnehmer noch immer knapp unter dem Niveau von 2019. Die Bruttomonatslöhne wuchsen um durchschnittlich rund 4,2%, bei einer Inflationsrate von 2,2%. Daraus ergibt sich ein reales Lohnplus von 1,9%.
Die deutschen Importpreise sind auch zum Jahresauftakt gesunken. Sie fielen im Januar um 2,3% im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Da die deutsche Wirtschaft sehr viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, wirken sich Einfuhrpreise früher oder später auch auf die allgemeine Inflation aus. Für aus dem Ausland eingeführte Nahrungsmittel musste weniger Geld hingelegt werden: (im Schnitt -2,8%). Weniger als im Jan. 2025 u.a. Schweinefleisch (-15,9%), Olivenöl (-15,2%) sowie Milch und Milcherzeugnisse (-12,2%). Teurer als vor Jahresfrist waren v.a. geschälte Haselnüsse (+55,4%), Rindfleisch (+26,0%) und Kaffee mit +17,5%.
Wochenausblick
Nach dem Tod von Irans geistlichem Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei bei den US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen wird der Nahost-Konflikt die Welt weiter beschäftigen. Neben politischen Konsequenzen werden auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte erwartet. Analysten prognostizierten am Sonntag, dass der Ölpreis von zuletzt 73 USD je Barrel auf 100 USD oder mehr klettern könnte. Die kommende Handelswoche hat es zudem datenseitig in sich. Den Markt beschäftigen dabei insbesondere Einzelhandelsumsätze aus Deutschland bzw. auch der Eurozone und den USA, Inflationsdaten (Eurozone) und Arbeitsmarktberichte (Eurozone & USA). Die beiden extrem wichtigen Vorlaufindikatoren für die US-Ökonomie, die ISM PMIs für Industrie und Services, helfen einen Blick in die Zukunft zu werfen. Der heute erscheinende Manufacturing PMI hat dabei im letzten Monat sehr positiv überrascht, insbesondere in Bezug auf die Auftragsbücher. Heute wird sich zeigen, ob die Wirtschaft dort nachhaltig brummt oder der Index leicht überschoss.
Im Wochenverlauf können noch weitere Impulse von der Berichtssaison ausgehen, die mit einer Vielzahl von Dax-Werten weitergeht. Genannt seien dabei morgen Beiersdorf sowie Adidas, Bayer, Continental und Symrise am Mittwoch.
Aktienmärkte
Zum Auftakt des Börsenmonats März dürfte die Eskalation im Nahen Osten die Stimmung an den Aktienmärkten belasten. Nach einem leichten Plus in den ersten beiden Monaten des Jahres wird der DAX heute vermutlich zunächst nachgeben und wieder unter die wichtige Marke von 25.000 Punkten rutschen.
Die asiatischen Börsen zeigten sich heute morgen bereits durch den eskalierende Konflikt im Nahen Osten belastet. Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagen wie den USD und Gold.
Unternehmen
BASF stellt sich nach einem deutlichen Ergebnisrückgang auf ein weiteres durchwachsenes Jahr ein und verschärft sein Sparprogramm. Für 2026 stellte der weltgrößte Chemiekonzern einen bereinigten Betriebsgewinn (EBITDA) zwischen 6,2 und 7,0 (Vorjahr: 6,6) Mrd. EUR in Aussicht. Die laufenden Kosteneinsparprogramme werden beschleunigt: Bis Ende 2026 rechnet BASF nun mit jährlichen Einsparungen von 2,3 Mrd. EUR statt der zuvor geplanten 2,1 Mrd. EUR.
Der Zementkonzern Holcim hat 2025 dank Kostensenkungen und dem Ausbau des Angebots an nachhaltigen Produkten mehr verdient. Währungsbereinigt wuchs der Umsatz um 3,0% auf 15,7 Mrd. CHF. Der bereinigte operative Gewinn (wiederkehrendes EBIT) stieg um 10,3% auf 2,88 Mrd. CHF. Mit Blick auf das laufende Jahr rechnet Holcim mit einem organ. Umsatzwachstum von 3 – 5% und einem organischen Ergebnis-Anstieg um 8 – 10%.
Rohstoffe
Wegen der Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran könnten in nächster Zeit Liefermengen aus der ölreichen Islamischen Republik wegfallen. Ein weitaus wichtigerer Faktor für das Risiko steigender Ölpreise ist jedoch die Lage an der Straße von Hormus. Durch diese Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman wird täglich rund ein Fünftel der globalen Öltransporte verschifft. Nach Angaben einer iranischen Nachrichtenagentur haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nach Beginn der Angriffe auf den Iran eingeschränkt.
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