Puma schreibt hohen Verlust, streicht Dividende
Der Sportartikelhersteller Puma hat sein selbst so bezeichnetes „Reset-Jahr” 2025 mit einem Verlust von 643,6 Millionen Euro abgeschlossen, nach einem Gewinn von 280,7 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro, in der Berichtswährung Euro um 13,1 Prozent. Das berichtete EBIT belief sich auf minus 357,2 Millionen Euro bei einer Marge von minus 4,9 Prozent, belastet durch Einmaleffekte von 191,6 Millionen Euro im Zusammenhang mit Restrukturierungen und Goodwill-Abwertungen. Der freie Cashflow rutschte auf minus 530,3 Millionen Euro ab, nach plus 464,3 Millionen Euro im Vorjahr.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, keine Dividende auszuschütten, nach 0,61 Euro je Puma Aktie im Vorjahr.
„Ich bin mit den Fortschritten, die wir bisher erzielt haben, zufrieden. Wir haben unseren Vertrieb zu großen Teilen bereinigt, indem wir Rabatte in unseren eigenen Kanälen reduziert und unsere Präsenz in Großhandelskanälen verringert haben, die unserer Marke schaden. Außerdem haben wir operative Ineffizienzen beseitigt und unsere Kostenbasis weiter optimiert”, so Arthur Hoeld, Chief Executive Officer bei Puma, am Donnerstag.
Nettoverschuldung von Puma deutlich gestiegen
Der Umsatzrückgang resultierte aus strategischen Reset-Maßnahmen, die im dritten Quartal 2025 eingeleitet wurden. Das Großhandelsgeschäft brach währungsbereinigt um 12,8 Prozent auf 4,94 Milliarden Euro ein, getrieben durch gezielte Produktrücknahmen und die Rekalibrierung des Geschäfts mit Großflächenhändlern. Das Direct-to-Consumer-Geschäft wuchs dagegen um 3,4 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro, wodurch der DTC-Anteil auf 32,4 Prozent nach 28,9 Prozent im Vorjahr stieg.
Regional verzeichnete Nordamerika die stärksten Einbußen, während die Vorräte trotz intensiver Abverkaufsmaßnahmen um 2,3 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro stiegen. Die Nettoverschuldung schnellte von 119,8 Millionen Euro auf 1,06 Milliarden Euro hoch. Im Dezember 2025 sicherte sich das Herzogenauracher Unternehmen zusätzliche Gelder durch eine Brückenfinanzierung über 500 Millionen Euro und zwei Schuldscheintransaktionen über insgesamt 275 Millionen Euro. Die ungenutzten Kreditlinien beliefen sich zum Jahresende auf 1,2 Milliarden Euro.
„Ab 2027 nachhaltiges Wachstum”
Für 2026 rechnet Puma mit einem weiteren währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, überwiegend in Nordamerika. Das EBIT soll zwischen minus 50 und minus 150 Millionen Euro liegen, inklusive Einmaleffekten aus dem Kosteneffizienzprogramm. Das Unternehmen plant Investitionen von rund 200 Millionen Euro. Zu den Maßnahmen zählen der Abbau von rund 1.400 Verwaltungsstellen sowie die Fokussierung auf vier Kategorien: Fußball, Running, Training und Sportstyle Prime & Select. Normalisierte Bestandsniveaus werden erst Ende 2026 erwartet. Ab 2027 peilt Puma eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum an.
Die Puma Aktie notiert bei 24,20 Euro mit 6,98 Prozent im Plus.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Puma.
