Steyr Motors übernimmt BUKH und erweitert Marine-Portfolio
Die Steyr Motors AG baut ihr Marine- und Defense-Geschäft mit der Übernahme der dänischen BUKH A/S strategisch aus. Wie das Unternehmen aus dem österreichischen Steyr am Mittwoch mitteilte, wurde eine verbindliche Vereinbarung über den Erwerb von 100 Prozent der Anteile geschlossen. Zum Kaufpreis macht Steyr Motors keine Angaben.
Durch die Akquisition erweitert sich das Leistungsspektrum des Aggregatebauers von bislang 120 bis 300 PS auf künftig 24 bis 700 PS, wodurch ein nahezu durchgängiges Marine-Portfolio entsteht. Der Vollzug der Transaktion ist bis Ende des ersten Quartals 2026 vorgesehen und steht noch unter üblichen Bedingungen. Der bisherige Eigentümer von BUKH soll den Integrationsprozess für mindestens zwei Jahre begleiten, um operative Kontinuität sicherzustellen.
Laut Steyr Motors soll der Zukauf bereits im ersten vollen Konsolidierungsjahr EBIT-steigernd wirken, finanziert über liquide Mittel, die den signifikanten Baranteil des Kaufpreises ausmachen, sowie eine Sachkapitalerhöhung. „Zusätzlich ist ein Earn-out-Modell vereinbart, das an operative Erfolgskennzahlen der kommenden Geschäftsjahre gekoppelt ist”, so das Unternehmen.
Zweiter europäischer Produktionsstandort für Steyr Motors
Mit BUKH übernimmt Steyr Motors einen Anbieter von SOLAS-zertifizierten Motoren für Rettungs- und Einsatzboote. Das jährliche Absatzvolumen von BUKH liegt laut Unternehmen bei rund dem Vierfachen des bisherigen SOLAS-Marinegeschäfts von Steyr Motors. Relevant ist zudem unter anderem das erwartete Wachstumspotenzial durch zusätzliche Ausschreibungen, höhere Umsätze je Kunde sowie wiederkehrende Service- und Ersatzteilgeschäfte im regulierten SOLAS-Markt. Gleichzeitig stärkt ein zweiter europäischer Produktionsstandort die industrielle Basis und die Lieferkettenstabilität.
Strategisch adressiert die Transaktion zudem neue Anwendungen im Defense-Sektor. Insbesondere im Bereich unbemannter Überwasserfahrzeuge (USV) schließt die erweiterte Leistungsbandbreite eine bisherige Produktlücke. „Mit erweitertem Leistungsportfolio können wir zusätzliche Marktchancen sofort adressieren, insbesondere im stark wachsenden USV-Segment, in dem wir bereits heute eine sehr hohe Nachfrage sehen. Diese Transaktion ist für uns ein strategischer Quantensprung im Marine- und Defense-Geschäft und stellt zugleich den Auftakt einer Reihe potenzieller weiterer Akquisitionen im Rahmen unserer strategischen M&A-Agenda dar”, so Julian Cassutti, CEO von Steyr Motors.
Die Steyr Motors Aktie notiert bei 42,80 Euro mit 3,39 Prozent im Minus.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Steyr Motors AG.
