Börse am Morgen: HHLA, Krones, Ölpreis, Euro, Edelmetalle - Nord/LB Marktbericht
Die deutsche Wirtschaft wird sich nach Prognose der Bundesbank zu Jahresbeginn in der Wachstumsspur halten. „In Q1 dürfte die Wirtschaft die Expansion fortsetzen, wenngleich nur mit schwacher Dynamik“, heißt es im Monatsbericht. Sowohl Industrie als auch Exporte dürften zulegen, nachdem sich die Auftragslage zuletzt deutlich gebessert hat. Ab dem Frühjahr erwartet die Bundesbank dann mehr Schwung – „getragen v. a. durch fiskalische Impulse“, staatl. Investitionen in Infrastruktur und Rüstung.
Das Auftragspolster der deutschen Industrie ist im Dezember den 5. Monat in Folge gewachsen und nunmehr so dick wie zuletzt vor gut 3 Jahren. Der Bestand an offenen Bestellungen stieg um 1,2% im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Verglichen mit dem Vorjahresmonat lag das Plus sogar bei 7,0%. Die Reichweite des Auftragsbestands stieg im Dezember auf 8,2 Monate - das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik 2015. Der Wert gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.
Tagesausblick
Am heutigen Vormittag kommt eine ganze Reihe von Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone und auch aus dem Vereinigten Königreich. Wir gehen teilweise von einer minimalen Verbesserung aus, die Bäume wachsen aber (noch) nicht in den Himmel. Außerdem werden erstmals Q4 Zahlen für die USA präsentiert, wobei wir von einer annualisierten Wachstumsrate von 2,6% ausgehen. Zwar ist unsere Prognose deutlich niedriger als die beiden Vorquartale aber voraussichtlich immer noch verhältnismäßig stark. Außerdem wird mit dem PCE-Preisdeflator eines der statistischen Lieblingszahlen der Fed veröffentlicht. Wir gehen hierbei von einer leicht erhöhten, aber nicht kritischen Inflationsrate aus.
Aktienmärkte
Nach seinem starken Vortag mit einem Befreiungsschlag über der Marke von 25.000 Punkten hat der DAX wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Auffallend waren hohe Kursverluste für Airbus. Etwas getrübt wurde die Laune am Donnerstag von der US-Notenbank, die im Protokoll ihrer jüngsten Sitzung die Risiken betonte, die von einer zu hohen Inflation ausgehen können. Zuletzt hatte sich die Hoffnung auf eine Zinssenkung der Fed bereits nach hinten verschoben. DAX -0,93%; MDAX -0,83%; TecDAX -0,63%.
Die Wall Street ist mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Belastet wurde der Markt vor allem durch Kursverluste bei PrivateEquity-Firmen und Technologieaktien, während starke Ergebnisse aus dem Industriesektor die Abgaben begrenzten. Dow Jones -0,54%; S&P 500 -0,28%; Nasdaq Comp. -0,31%.
Unternehmen
Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und Ergebnis gesteigert. Nach vorläufigen Zahlen stiegen die Erlöse im Konzern um 9,9% auf 1,756 Mrd. EUR und das Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) um 19,5% auf 161 Mio. EUR.
Der weltgrößte Abfüllanlagenbauer Krones trotzt dem schwachen USD. Der Umsatz habe im vergangenen Jahr um 7,0% auf 5,66 Mrd. EUR zugelegt, teilte das Familienunternehmen mit. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte um 12% auf 602,3 Mio. EUR zu, die operative Umsatzrendite lag mit 10,6% (2024: 10,1%) in der oberen Hälfte der angepeilten Spanne von 10,2 bis 10,8%.
Devisen und Rohstoffe
Nach seinem jüngsten Kursrutsch hat sich der EUR stabilisiert. Zuvor hatten Spekulationen auf ein vorzeitiges Ausscheiden von EZB-Chefin Lagarde den Euro abrutschen lassen. Aus Sicht von Analysten bleibt die Gemeinschaftswährung in den kommenden Wochen verwundbar, sollten schwächer als erwartete Fundamental- und Preisdaten Zinssenkungsfantasien anheizen.
Nach dem zuletzt deutlichen Ölpreisanstieg bleiben die Anleger am Donnerstag auf der Hut. Die größte Sorge der Öl-Anleger ist, dass eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigen könnte. Rund 20% des weltweiten Ölverbrauchs werden über diese Wasserstraße abgewickelt.
Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran lassen Anleger bei Gold und Silber zugreifen. Gold verteuerte sich um 0,9% auf 5.021 USD je Feinunze, Silber wurde mit bis zu 79,15 USD je Feinunze 2,6% höher gehandelt. Die Furcht vor einem Konflikt im Nahen Osten dürfte die Nachfrage nach sicheren Anlagen erhöhen.
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