Intershop setzt auf 2027
2025 sinkt der Umsatz bei Intershop von 38,8 Millionen Euro auf 33,3 Millionen Euro. Das ist ein Minus von 14 Prozent. Erwartet wurde ein Umsatzminus von 10 Prozent bis 15 Prozent. Dabei entfallen wie im Vorjahr 20,5 Millionen Euro auf den Cloud-Bereich. Hier legt der Auftragseingang von 20,0 Millionen Euro auf 21,7 Millionen Euro zu. Das entspricht den Erwartungen.
Im Bereich Lizenzen und Wartung sinkt der Umsatz um 3 Millionen Euro auf 6,4 Millionen Euro. Im Servicebereich gibt es einen Rückgang von 8,9 Millionen Euro auf 6,3 Millionen Euro. Ein Großprojekt hat deutlich mehr Ressourcen als geplant beansprucht. Anfang Februar 2026 wurde es abgeschlossen. Das Ergebnis dürfte 2026 nicht mehr von diesem eher problematischen Projekt beeinflusst werden.
Das EBITDA verringert sich von 3,3 Millionen Euro auf 0,5 Millionen Euro. Das EBIT geht von 0,1 Millionen Euro auf -2,8 Millionen Euro zurück. Hier rechnete Intershop mit einem negativen EBIT im unteren einstelligen Millionenbereich.
Nach Steuern gibt es einen Verlust von 3,2 Millionen Euro (Vorjahr: -0,4 Millionen Euro). Das entspricht einem Verlust je Aktie von 0,21 Euro (Vorjahr: -0,02 Euro). Die liquiden Mittel steigen von 8,7 Millionen Euro auf 8,8 Millionen Euro an.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringert von 2,1 Millionen Euro auf -0,3 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote hat sich von 29 Prozent auf 36 Prozent verbessert. Dabei spielt eine Kapitalerhöhung eine wichtige Rolle.
Prognose für 2026
2026 rechnet Intershop mit einem weiteren Rückgang beim Umsatz, der aber prozentual etwas geringer als im Vorjahr ausfallen soll. Ein Minus von rund 10 Prozent könnte demnach realistisch sein.
Das EBIT soll 2026 ausgeglichen sein. Dafür wird, wie CFO Petra Stappenbeck in einem Investorencall bei mwb research deutlich macht, ein Umsatz von rund 32 Millionen Euro benötigt. 2027 will Intershop dann positive Ergebnisse anstreben, so Stappenbeck.
Der Cloud-Auftragseingang wird auf dem Niveau von 2025 gesehen. Das Cloud-Geschäft hat sich, so war in dem Call zu hören, 2025 insgesamt nur verhalten entwickelt. Man konnte 15 neue Kunden gewinnen, davon sind acht im vierten Quartal hinzugekommen. Allerdings haben auch zwei größere Kunden ihre Verträge nicht verlängert. Viele Kunden zögern in der aktuellen Situation, das dürfte man auch in 2026 merken.
CEO Markus Dränert betont in der virtuellen Konferenz, dass man sich verstärkt auf den Bereich Agentic B2B Commerce fokussieren werde. Die Künstliche Intelligenz als Megatrend beeinflusst die Kauf- und Entscheidungskriterien der Kunden von Intershop. Die Kunden müssen darin investieren, um mithalten zu können. So will Intershop eine führende Agentic B2B Commerce Plattform bauen, um den Wünschen der Kunden zu entsprechen.
Man will zudem bei aktuellen und potentiellen Kunden künftig besser wahrgenommen werden. Daher wird Intershop im Frühjahr eine neue Webseite launchen. Die erhoffte neue KI-Cloud-Ära soll so auch nach außen kommuniziert werden, man will moderner wirken. Von all dem erhofft sich der Vorstand ab 2027 eine stärkere Marktpositionierung mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Pipeline.
Noch ein wichtiger Aspekt wird heute bekannt: Markus Dränert bleibt CEO von Intershop. Der Aufsichtsrat hat seinen im November auslaufenden Vertrag bis zum 31. März 2029 verlängert. Dränert ist seit September 2025 Vorstandschef der Gesellschaft.
Die Aktien von Intershop (WKN: A25421, ISIN: DE000A254211, Chart, News) gewinnen auf gettex 1,7 Prozent auf 1,22 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie fast 42 Prozent verloren.
