USA: Neue CPI-Daten deuten in Richtung von Zinssenkungen - Nord LB
Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der US-Konsumentenpreise im Berichtsmonat Januar offenbaren einen völlig unproblematischen Anstieg um 0,2% M/M. Damit fällt die Jahresrate nun bereits auf einen Wert von lediglich 2,4%. Die Kernrate zog erwartungsgemäß um 0,3% M/M an. Die von einigen Beobachtern zwischenzeitlich beim Blick auf die Vereinigten Staaten befürchtete Inflationskatastrophe bleibt somit weiterhin aus.
Diese Nachricht mag der US-Notenbank zwar gewisse Spielräume für weitere Leitzinssenkungen eröffnen; es dürfte aber fraglich (und auch ein ziemlich politisches Thema) sein, ob die Fed-Offiziellen entsprechende Möglichkeiten bereits im März nutzen werden wollen. In der nächsten Woche sollte das neue FOMC-Sitzungsprotokoll den Marktteilnehmern helfen, die Diskussionsprozesse innerhalb der US-Notenbank besser zu verstehen. Ganz grundsätzlich gesprochen rechnen wir weiterhin mit dem Eintreten eines Szenarios, in dem die obere Grenze der Fed Funds Target Rate im III. Quartal 2026 auf einen Wert von 3,00% fallen kann.
Bei den einzelnen Untergruppen zeigen sich im Berichtsmonat Januar interessanterweise doch stärker divergierende Entwicklungen. So sind die Preise für gebrauchte Kraftfahrzeuge am aktuellen Rand um immerhin 1,8% M/M gesunken. Auch bei der Kostensituation im Bereich Wohnung zeigen sich leichte Tendenzen hin zu einer Entspannung. Hier notierte der Anstieg – sozusagen im Gleichschritt mit der Headline-Rate – bei nur noch 0,2% M/M. Die Preise für Flüge sind dagegen um beachtliche 6,5% gestiegen. Dagegen sind die auch politisch sehr wichtigen Benzinpreise im Januar um 3,2% M/M gefallen.
In den kommenden Monaten könnte es nun noch zu höheren Preisanstiegen kommen, ab dem zweiten Halbjahr rechnen wir aber schon mit entlastenden Effekten. Dieses veränderte Inflationsumfeld sollte der US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh dann Zinssenkungen deutlich einfacher machen.
Fazit: Die US-Konsumentenpreise sind im Berichtsmonat Januar lediglich um 0,2% angestiegen. Damit notiert die Jahresrate nun nur noch bei 2,4%! Die Kernrate legte erwartungsgemäß um 0,3% M/M und 2,5% Y/Y zu. Mit diesen Zahlen sollte das Thema Leitzinssenkungen auf der Agenda der US-Notenbank bleiben. Der Blick in das neue FOMC-Sitzungsprotokoll dürfte in der kommenden Woche besonders spannend werden!
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