Börse am Morgen: KWS Saat, Mercedes?Benz, Siemens, Cisco, Konjunkturdaten - Nord LB Marktbericht
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche um 5.000 auf 227.000 und damit weniger stark gefallen als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit 223.000 (NORD/LBe 225.000) Anträgen gerechnet.
Tagesausblick
Das schweizerische Bundesamt für Statistik wird heute über die Inflation in der eidgenössischen Alpenrepublik informieren, welche im Januar aus unserer Sicht „flat“ bleiben dürfte. Die Schweiz hat aktuell eher das Problem, dass die Preissteigerungsrate zu niedrig ist, weshalb eine leicht positive Inflationsrate sogar vorteilhaft wäre. Auch aus den USA werden Preisdaten gemeldet, wobei hier von einer leicht höheren Dynamik auszugehen ist, die aber keinen Grund zur Besorgnis darstellen sollte. Wie eh und je dürften die Notenbanker der Fed derzeit ganz besonders auf diese Zeitreihe achten.
Renten- und Aktienmärkte
Sowohl deutsche als auch amerikanische Staatsanleihen handelten gestern mit leichten Kursgewinnen. Insgesamt gab es aber wenig Impulse an den Rentenmärkten. Nachdem ein starker USArbeitsmarktbericht am Mittwoch die Zinssenkungserwartungen an die Fed noch gedämpft hatte, sanken die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe weniger stark als erwartet.
Europ. Aktien handelten gestern über weite Strecken fest. Siemens sprangen nach Zahlen zeitweise um über 7% nach oben und hievten den DAX zurück über die Marke von 25.000 Punkten. Luxustitel profitierten von stark aufgenommen Zahlen von Hermès aus Frankreich. Banken & Versicherungen handelten ebenfalls fest. Der Automobilsektor wurde dagegen von einem Gewinneinbruch bei Mercedes ausgebremst. Dies änderte sich aber mit Eröffnung der Wall Street, deren schlagartige Verluste auch die Indizes in Europa in den roten Bereich drückten. Hier belasteten erneut Sorgen über die Monetarisierung der hohen Investitionen im Bereich der Künstl. Intelligenz. Auffällig waren hier Kursverluste von rd. 12% beim Netzwerkausrüster Cisco trotz überraschend guter Quartalsergebnisse & einer Anhebung des Ausblicks.
DAX -0,01%; MDAX -1,60%; TecDAX +0,04%; Dow Jones -1,34%; S&P 500 -1,57%; Nasdaq Comp. -2,04%.
Unternehmen
Siemens ist mit einem starken Q1 in das GJ 2025/26 gestartet. Der Auftragseingang stieg vergleichbar um 10% auf EUR 21,4?Mrd., während der Umsatz um 8% auf EUR 19,1?Mrd. zulegte. Das Ergebnis des industriellen Geschäfts verbesserte sich um 15% auf EUR 2,9?Mrd. Der Free Cash Flow auf Konzernebene lag bei EUR 0,7?Mrd. und damit unter dem Vj. Der Gewinn nach Steuern belief sich auf EUR 2,2?Mrd. (Vj.: EUR 3,9 Mrd.), wobei im Vj. ein Sonderertrag aus dem Verkauf von Innomotics anfiel. In der Konsequenz hebt Siemens den Ausblick für das Ergebnis je Aktie EUR 10,70-11,10 (zuvor: EUR 10,40-11,00) an; zudem steigt der Dividendenvorschlag auf EUR 5,35 (Vj.: EUR 5,20) je Aktie.
Ein schwaches China?Geschäft, höhere US?Zölle und Wechselkurseffekte haben Mercedes?Benz im vergangenen Jahr erneut belastet. Das operative Ergebnis (EBIT) brach um 57% auf EUR 5,8 Mrd. ein, während der Umsatz vergleichsweise moderat um 9% auf EUR 132,2 Mrd. zurückging. Obwohl Einsparungen von über EUR 3,5 Mrd. kompensierend wirkten, blieb der Autobauer unter den Markterwartungen. Der Gewinn schrumpfte zum dritten Mal in Folge. Für 2026 stellt der Konzern einen stabilen Umsatz und ein deutlich höheres EBIT in Aussicht, gestützt auch durch weitere Kostensenkungen.
KWS Saat blickt wegen niedriger Agrarrohstoffpreise vorsichtig auf das GJ 2025/26. Der vergleichbare Umsatz soll nur noch das Vj.-Niveau erreichen (zuvor ca. +3,0%). Zudem rechnet KWS mit einer stärkeren Schrumpfung der weltweiten Zuckerrübenanbaufläche und mit Einbußen in Russland aufgrund von Importbeschränkungen. Das operative Margenziel (EBITDA) von 19-21% wurde aufgrund von Kostensenkungen bestätigt. Im saisonal schwachen H1 sank der Umsatz auf EUR 411,3 Mio. (Vj.: EUR 417,2 Mio.). Der operative Verlust verringerte sich auf EUR 49 Mio. (EUR -65,9 Mio.), begünstigt durch einen Sonderertrag von rund EUR 30 Mio.. Der Konzernverlust reduzierte sich in H1 EUR 63,8 Mio. (Vj.: EUR -115 Mio.).
Devisen und Rohstoffe
Nach der plötzlichen Stimmungsänderung am Aktienmarkt verkauften die Anleger auch Edelmetalle wie Gold und Silber.
Auch bei Öl kam es zu spürbaren Preisrückgängen.
Die gestern aufgetretene Risikoaversion belastete auch Kryptowährungen wie den Bitcoin.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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