Gerresheimer: Zerstörtes Vertrauen
Gerresheimer hat weitere Bilanzierungsprobleme. Daher wird die Publikation des Jahresberichts 2025 verschoben. Man will zusätzliche Prüfungen durchführen. Am Markt kommt dies nicht gut an, das Vertrauen der Anleger sinkt weiter. Der Kurs stürzte nach der Meldung um rund 30 Prozent ab.
Der Blick richtet sich auch verstärkt auf die Verschuldungssituation. Zwar sind die Zinszahlungen aus dem Cashflow finanzierbar, die Investitionen müssen aber bald vermutlich reduziert werden. Für die Analysten der DZ Bank ist unklar, wie dies kurzfristig möglich ist.
Um die Verschuldung zu verringern, will sich Gerresheimer von der US-Tochter Centor trennen, diese soll verkauft werden. Auch steht der Geschäftsbereich „Moulded Glass“ zur Disposition. Völlig unklar ist, welche Summen damit ins Unternehmen geholt werden können.
Die Analysten bestätigen die Verkaufsempfehlung für die Aktien von Gerresheimer. Das Kursziel wird von 23,00 Euro auf 16,00 Euro reduziert.
Die Gewinnschätzung für 2025/26 nehmen die Analysten von 3,03 Euro auf 1,45 Euro zurück. Für 2026/27 fällt sie von 3,74 Euro auf 2,15 Euro. Die Analysten sprechen zudem von einem völlig zerstörten Investorenvertrauen.
Die Aktien von Gerresheimer (WKN: A0LD6E, ISIN: DE000A0LD6E6, Chart, News) gewinnen am Morgen 3,4 Prozent auf 19,30 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie 75 Prozent nachgegeben.
